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Bluetooth – Technologie und Compliance

Diese Seite bietet einen strukturierten Überblick über die Bluetooth-Technologie, regulatorische Anforderungen und die Bluetooth SIG-Qualifizierung. Sie erfahren, welche Anforderungen Produkte für internationale Märkte erfüllen müssen.

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Unsere Leistungen:

Regulatorische Bluetooth-Prüfungen
Unterstützung bei der Bluetooth SIG-Qualifizierung

Wichtige Punkte

Technische Grundlagen der Bluetooth-Technologie

Bluetooth ist ein Kurzstreckenfunkstandard für den lizenzfreien Betrieb im 2,4-GHz-ISM-Band. Bluetooth nutzt Frequenzsprungverfahren zur Verringerung von Störungen und umfasst zwei Funkvarianten:

  • Bluetooth Classic (BR/EDR): Ausgelegt für die kontinuierliche Datenübertragung und klassische Audioanwendungen

  • Bluetooth Low Energy (LE): Optimiert für einen geringen Energieverbrauch und für Anwendungen von der periodischen Datenübertragung bis zur Audioübertragung

Weitere Bluetooth-Lösungen basieren auf LE:

  • Bluetooth Mesh: Many-to-Many-Kommunikationsarchitektur für große Gerätenetzwerke

  • Bluetooth LE Audio: Audioübertragung über LE, einschließlich Multi-Stream Audio und Auracast™ Broadcast Audio

BR/EDR und LE verwenden unterschiedliche Kanalstrukturen und unterstützen adaptive Frequenzsprungverfahren zur Verringerung von Störungen. Die zulässige Sendeleistung und weitere Funkparameter hängen von der Bluetooth-Implementierung und den regulatorischen Anforderungen des Zielmarkts ab.

Regulatorische Anforderungen nach Region

Die folgende Tabelle fasst wesentliche regulatorische Anforderungen an Bluetooth-Funkgeräte in wichtigen Märkten zusammen. Leistungsgrenzen und technische Bedingungen hängen von der implementierten Bluetooth-Funkvariante, der Antennenkonfiguration und den geltenden nationalen Vorschriften ab.

Region / Behörde Details
EU – CE / RED Leistungsgrenze: 100 mW EIRP
Regulatorischer Weg: RED-Konformitätsbewertung (in der Regel nach EN 300 328)
Wichtige Hinweise: Herstellererklärung; oberhalb von 10 dBm EIRP gelten Anforderungen für adaptive oder nicht adaptive Medienzugriffsverfahren. Siehe CE-Anforderungen.1
USA – FCC Leistungsgrenze: Bis zu 1 W leitungsgebundene Ausgangsleistung
Regulatorischer Weg: FCC-Zertifizierung nach 47 CFR § 15.247 über ein TCB
Wichtige Hinweise: BR/EDR wird als FHSS und LE als DTS bewertet; FCC ID und Benutzerinformationen sind erforderlich.2
Kanada – ISED Leistungsgrenze: Bis zu 1 W leitungsgebundene Ausgangsleistung; Einschränkungen abhängig vom Antennengewinn
Regulatorischer Weg: ISED-Zertifizierung nach RSS-247 über ein FCB
Wichtige Hinweise: Für FHSS und DTS gelten unterschiedliche Anforderungen; ISED-Zertifizierungsnummer und zweisprachige Hinweise auf Englisch und Französisch sind erforderlich.3
Brasilien – ANATEL Leistungsgrenze: Abhängig von den geltenden Grenzwerten für Geräte mit eingeschränkter Strahlung
Regulatorischer Weg: ANATEL-Zertifizierung und Homologation
Wichtige Hinweise: Antragsteller oder Zulassungsinhaber mit Sitz in Brasilien erforderlich; Nachweise und Kennzeichnung hängen vom jeweiligen Verfahren ab.
Japan – MIC Leistungsgrenze: Abhängig von Modulationsverfahren und technischen Bedingungen
Regulatorischer Weg: Zertifizierung der technischen Konformität durch eine registrierte Zertifizierungsstelle
Wichtige Hinweise: Bewertung nach den Vorschriften für 2,4-GHz-Kleinleistungsfunk; Konformitätszeichen und Zertifizierungsnummer sind erforderlich.4
China – MIIT / SRRC Leistungsgrenze: 100 mW EIRP und 10 dBm/MHz PSD
Regulatorischer Weg: SRRC-Typenzulassung und CMIIT ID
Wichtige Hinweise: Prüfung nach chinesischen Anforderungen; die Wiederverwendung einer Modulzulassung hängt von der Konfiguration ab.5
Südkorea – RRA Leistungsgrenze: Abhängig von den geltenden Anforderungen für 2,4-GHz-Funkgeräte
Regulatorischer Weg: KC-Konformitätsbewertung über die RRA
Wichtige Hinweise: Kennzeichnung und Benutzerinformationen sind erforderlich; das Verfahren hängt von der Gerätekategorie ab.
Region / Behörde Leistungsgrenze Regulatorischer Weg Wichtige Hinweise
EU – CE / RED 100 mW EIRP RED-Konformitätsbewertung (in der Regel nach EN 300 328) Herstellererklärung; oberhalb von 10 dBm EIRP gelten Anforderungen für adaptive oder nicht adaptive Medienzugriffsverfahren. Siehe CE-Anforderungen.1
USA – FCC Bis zu 1 W leitungsgebundene Ausgangsleistung FCC-Zertifizierung nach 47 CFR § 15.247 über ein TCB BR/EDR wird als FHSS und LE als DTS bewertet; FCC ID und Benutzerinformationen sind erforderlich.2
Kanada – ISED Bis zu 1 W leitungsgebundene Ausgangsleistung; Einschränkungen abhängig vom Antennengewinn ISED-Zertifizierung nach RSS-247 über ein FCB Für FHSS und DTS gelten unterschiedliche Anforderungen; ISED-Zertifizierungsnummer und zweisprachige Hinweise auf Englisch und Französisch sind erforderlich.3
Brasilien – ANATEL Abhängig von den geltenden Grenzwerten für Geräte mit eingeschränkter Strahlung ANATEL-Zertifizierung und Homologation Antragsteller oder Zulassungsinhaber mit Sitz in Brasilien erforderlich; Nachweise und Kennzeichnung hängen vom jeweiligen Verfahren ab.
Japan – MIC Abhängig von Modulationsverfahren und technischen Bedingungen Zertifizierung der technischen Konformität durch eine registrierte Zertifizierungsstelle Bewertung nach den Vorschriften für 2,4-GHz-Kleinleistungsfunk; Konformitätszeichen und Zertifizierungsnummer sind erforderlich.4
China – MIIT / SRRC 100 mW EIRP und 10 dBm/MHz PSD SRRC-Typenzulassung und CMIIT ID Prüfung nach chinesischen Anforderungen; die Wiederverwendung einer Modulzulassung hängt von der Konfiguration ab.5
Südkorea – RRA Abhängig von den geltenden Anforderungen für 2,4-GHz-Funkgeräte KC-Konformitätsbewertung über die RRA Kennzeichnung und Benutzerinformationen sind erforderlich; das Verfahren hängt von der Gerätekategorie ab.

Hinweise:

1 Nach EN 300 328 beträgt die maximale HF-Ausgangsleistung des Geräts 20 dBm EIRP. Adaptivität ist nicht für jedes Gerät oberhalb von 10 dBm vorgeschrieben. Nicht adaptive Geräte können stattdessen die geltenden Anforderungen an Tastverhältnis, Übertragungssequenzen und Mediennutzung erfüllen.

2 Nach FCC § 15.247 dürfen Bluetooth-BR/EDR-Systeme mit mindestens 75 Sprungkanälen eine leitungsgebundene Ausgangsleistung von bis zu 1 W verwenden. Andere 2,4-GHz-FHSS-Systeme sind auf 0,125 W begrenzt. Bluetooth LE wird grundsätzlich nach den DTS-Bestimmungen bewertet, einschließlich der geltenden Anforderungen an Bandbreite und spektrale Leistungsdichte. Der Beobachtungszeitraum für die Verweildauer beträgt 0,4 Sekunden multipliziert mit der Anzahl der verwendeten Sprungkanäle und nicht pauschal 0,4 Sekunden innerhalb eines beliebigen Zeitraums von 30 Sekunden.

3 Kanada wendet unterschiedliche Bedingungen auf den FHSS- und DTS-Betrieb an. Im 2,4-GHz-Band dürfen FHSS-Systeme mit mindestens 75 Sprungkanälen eine leitungsgebundene Ausgangsleistung von bis zu 1 W verwenden. Systeme mit weniger Kanälen sind auf 0,125 W begrenzt. Für den DTS-Betrieb sind bis zu 1 W leitungsgebundene Ausgangsleistung zulässig. Bei Systemen mit einem Antennengewinn von mehr als 6 dBi muss die leitungsgebundene Ausgangsleistung grundsätzlich entsprechend reduziert werden. Siehe ISED RSS-247.

4 „TELEC-Zertifizierung" ist nicht die formale Bezeichnung des japanischen Zulassungswegs. TELEC ist eine Zertifizierungsstelle. Der regulatorische Rahmen unterliegt dem MIC; die Zertifizierung kann durch jede hierfür zugelassene registrierte Zertifizierungsstelle erfolgen.

5 Die Wiederverwendung einer Funkmodulzulassung nach den chinesischen SRRC-/MIIT-Anforderungen hängt von den konkreten Bedingungen des Moduls und der Konfiguration des Endprodukts ab. Sie lässt sich nicht als allgemeines Verfahren für Modulzulassungen zusammenfassen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite zur SRRC-Konformität.

Bluetooth SIG-Qualifizierung

Alle Produkte, die Bluetooth®-Technologie integrieren, müssen den Bluetooth-Qualifizierungsprozess durchlaufen, bevor sie in Verkehr gebracht oder vertrieben werden. Dieser Prozess ist von der regulatorischen Konformitätsbewertung getrennt und muss von dem Unternehmen abgeschlossen werden, das das Produkt unter eigenem Namen vermarktet. Er unterstützt Mitgliedsunternehmen der Bluetooth SIG dabei, die geltenden Spezifikations- und Lizenzanforderungen zu erfüllen, und berechtigt zur Nutzung der Bluetooth-Marken.


Der Qualifizierungsweg hängt vom Bluetooth-Design, den implementierten Schichten und Funktionen sowie davon ab, ob ein bestehendes qualifiziertes Design unverändert wiederverwendet oder ein neues Design entwickelt wird.

Qualifizierungsprozess in fünf Schritten

Der Prozess wird im Qualification Workspace durchgeführt und umfasst fünf Schritte:

  1. Produktangaben
    Produktname, Modellnummer, Beschreibung und geplantes Veröffentlichungsdatum eingeben.

  2. Design festlegen
    Ein bestehendes qualifiziertes Design wiederverwenden oder ein neues Design erstellen. Der Qualification Workspace ermittelt die geltenden Prüfanforderungen.

  3. Produktqualifizierungsgebühr
    Die anfallende Gebühr entrichten und die für die Einreichung erforderliche Receipt Number (Belegnummer) erhalten.

  4. Einreichung
    Die erforderlichen Produktinformationen, Erklärungen, Prüfnachweise und ergänzenden Unterlagen einreichen.

  5. Verifizierung
    Die Bluetooth SIG prüft die Einreichung. Nach der Freigabe wird das Produkt in die Qualified Product Database aufgenommen und zum angegebenen Veröffentlichungsdatum öffentlich sichtbar.

Hinweis: Die Qualifizierungsanforderungen hängen vom Design, den implementierten Funktionen und den aktuellen Bluetooth-Qualifizierungsdokumenten ab. Verwenden Sie stets das gültige TCRL-Paket und die aktuellen Vorgaben im Qualification Workspace.


Bestehende qualifizierte Designs dürfen nur unter den im aktuellen Qualification Program Reference Document festgelegten Bedingungen wiederverwendet werden. Änderungen an der Bluetooth-Implementierung können zusätzliche Prüfungen, ein neues Design und eine erneute Produktqualifizierung erfordern.

Bluetooth-Designs und Qualifizierungswege

Der Qualifizierungsweg richtet sich nach dem im Produkt verwendeten Bluetooth-Design. Ein Unternehmen kann ein einzelnes bestehendes Design unverändert wiederverwenden oder ein neues Design erstellen, indem es bestehende Designs kombiniert, Bluetooth-Funktionen hinzufügt oder eine bestehende Implementierung verändert. Der Qualification Workspace ermittelt die erforderlichen Prüfungen und Nachweise.

Qualifizierungswege

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten im Qualification Workspace verfügbaren Qualifizierungswege und die damit verbundenen Prüfanforderungen zusammen.

Qualifizierungsweg Details
Einzelnes bestehendes Design verwenden Beschreibung: Ein unverändertes Design verwenden, das durch eine Design Number (DN), Qualified Design ID (QDID) oder Declaration ID (DID) gekennzeichnet ist.
Prüfanforderungen: Zusätzliche Qualifizierungsprüfungen sind in der Regel nicht erforderlich.
Bestehende Designs kombinieren Beschreibung: Ein neues Design erstellen, indem zwei oder mehr unveränderte, durch DNs oder QDIDs gekennzeichnete Designs in einer zulässigen Konfiguration kombiniert werden.
Prüfanforderungen: Der Qualification Workspace führt die erforderlichen Konsistenzprüfungen durch und ermittelt, ob Interoperabilitätsprüfungen erforderlich sind.
Ein weiteres neues Design erstellen Beschreibung: Ein Design mit neuen oder geänderten Bluetooth-Schichten erstellen oder eine andere zulässige Änderung an einem bestehenden Design vornehmen.
Prüfanforderungen: Der Qualification Workspace erstellt den erforderlichen Prüfplan auf Grundlage des Designs, der implementierten Funktionen und des gültigen TCRL-Pakets.
Qualifizierungsweg Beschreibung Prüfanforderungen
Einzelnes bestehendes Design verwenden Ein unverändertes Design verwenden, das durch eine Design Number (DN), Qualified Design ID (QDID) oder Declaration ID (DID) gekennzeichnet ist. Zusätzliche Qualifizierungsprüfungen sind in der Regel nicht erforderlich.
Bestehende Designs kombinieren Ein neues Design erstellen, indem zwei oder mehr unveränderte, durch DNs oder QDIDs gekennzeichnete Designs in einer zulässigen Konfiguration kombiniert werden. Der Qualification Workspace führt die erforderlichen Konsistenzprüfungen durch und ermittelt, ob Interoperabilitätsprüfungen erforderlich sind.
Ein weiteres neues Design erstellen Ein Design mit neuen oder geänderten Bluetooth-Schichten erstellen oder eine andere zulässige Änderung an einem bestehenden Design vornehmen. Der Qualification Workspace erstellt den erforderlichen Prüfplan auf Grundlage des Designs, der implementierten Funktionen und des gültigen TCRL-Pakets.

Beispiel: Modulintegration

Ein Produkt, das ein bestehendes qualifiziertes Bluetooth-Modul integriert, kann auf dessen Design Number (DN) oder bisherige Qualified Design ID (QDID) verweisen. Wird das Design unverändert verwendet und deckt es die vollständige Bluetooth-Implementierung ab, kann der Qualifizierungsweg für ein einzelnes bestehendes Design infrage kommen.


Wird das Modul mit einem weiteren Bluetooth-Design kombiniert oder werden Bluetooth-Schichten oder -Funktionen hinzugefügt beziehungsweise verändert, muss ein neues Design erstellt werden. Der Qualification Workspace führt anschließend die erforderlichen Konsistenzprüfungen durch und ermittelt die geltenden Prüfanforderungen.


Das Unternehmen, das das Produkt unter eigenem Namen vermarktet, muss den Bluetooth-Qualifizierungsprozess über das eigene Mitgliedskonto abschließen. Nach der Freigabe wird das Produkt in die Qualified Product Database aufgenommen. Ein neu qualifiziertes Design erhält eine Design Number.

Interoperabilitätsprüfungen (IOP)

Die Bluetooth-Qualifizierung bestätigt die Konformität mit den geltenden Bluetooth-Spezifikationen und Lizenzanforderungen. Sie gewährleistet jedoch nicht die Interoperabilität mit jedem Produkt, Betriebssystem und jeder Implementierung. Ebenso ersetzt sie keine regionalen regulatorischen Zulassungen oder Konformitätsbewertungen wie die CE-Konformitätsbewertung, FCC-Zertifizierung oder ANATEL-Homologation. Diese Anforderungen müssen separat erfüllt werden.


Interoperabilitätsprüfungen sollten daher in die Produktentwicklung und -validierung einbezogen werden, insbesondere bei der Implementierung neuer Bluetooth-Funktionen, kundenspezifischer Profile oder gerätespezifischer Anwendungsfälle.

Typische IOP-Aktivitäten

  • Prüfungen mit Referenzimplementierungen und gängigen Bluetooth-Plattformen

  • Überprüfung zentraler Anwendungsfälle mit relevanten Smartphones, Headsets, Medizinprodukten oder Fahrzeugsystemen

  • Prüfungen mit unterschiedlichen Betriebssystemen, Softwareversionen und Gerätekonfigurationen

  • Teilnahme an Interoperabilitätstestveranstaltungen der Bluetooth SIG, sofern relevant

Hinweis: Auch bei einem formal qualifizierten Produkt können in bestimmten Gerätekombinationen oder Anwendungsfällen Interoperabilitätsprobleme auftreten. Frühzeitige IOP-Prüfungen helfen, diese Probleme vor der Markteinführung zu erkennen.

→ Siehe auch: Bluetooth SIG-Qualifizierungsleistungen

Bluetooth-Prüfungen: Parameter und Messaufbauten

Für die Entwicklung und Zulassung von Bluetooth-Produkten ist ein fundiertes Verständnis der typischen Prüfparameter und Messaufbauten erforderlich. Dieser Abschnitt beschreibt die wesentlichen Aspekte der Bluetooth-Funkprüfung, sowohl im Hinblick auf regulatorische Anforderungen als auch auf die Bluetooth SIG-Qualifizierung.

Hinweis zur Koexistenz:
Bluetooth-Funksysteme werden häufig gemeinsam mit anderen Funktechnologien wie Wi-Fi, GNSS oder Mobilfunk integriert. Damit die verschiedenen Systeme zuverlässig funktionieren, sollte die Koexistenz bereits früh im Entwicklungsprozess berücksichtigt und im Rahmen der HF-Prüfungen gezielt untersucht werden, insbesondere bei überlappenden oder benachbarten Frequenzbändern.

HF-Prüfparameter

Die folgende Tabelle fasst typische Parameter zusammen, die bei regulatorischen Prüfungen und der Bluetooth SIG-Qualifizierung berücksichtigt werden. Sie zeigt, ob diese grundsätzlich regulatorisch, im Rahmen der Bluetooth SIG-Qualifizierung oder in beiden Bereichen relevant sind.

Parameter Details
HF-Ausgangsleistung / EIRP Zweck: Überprüfung der Einhaltung der geltenden Grenzwerte für leitungsgebundene oder abgestrahlte Leistung
Regulatorischer Kontext: CE, FCC, ISED, MIC, ANATEL, SRRC, RRA
Bluetooth SIG-Qualifizierung: Relevant
Spektrale Leistungsdichte Zweck: Bewertung der Leistungsverteilung innerhalb des belegten Spektrums
Regulatorischer Kontext: CE, FCC, ISED, SRRC
Bluetooth SIG-Qualifizierung: In der Regel nicht als eigenständiger Parameter abgedeckt
Belegte Bandbreite Zweck: Bestimmung der vom übertragenen Signal belegten Bandbreite
Regulatorischer Kontext: CE, FCC, ISED, SRRC, RRA
Bluetooth SIG-Qualifizierung: In der Regel nicht als eigenständiger Parameter abgedeckt
Unerwünschte Aussendungen und Nebenaussendungen Zweck: Messung von Aussendungen außerhalb des vorgesehenen Kanals oder Betriebsbands
Regulatorischer Kontext: CE, FCC, ISED, MIC, ANATEL, SRRC, RRA
Bluetooth SIG-Qualifizierung: Je nach PHY und Parameter relevant
Frequenzsprungverfahren und Adaptivität Zweck: Überprüfung der Kanalnutzung, des Frequenzsprungverhaltens und der geltenden Anforderungen an den Medienzugriff
Regulatorischer Kontext: CE, FCC, ISED, ANATEL
Bluetooth SIG-Qualifizierung: Abhängig vom Qualifizierungsweg
Trägerfrequenzabweichung und -drift Zweck: Überprüfung der Frequenzstabilität des Senders und der Modulationsgenauigkeit
Regulatorischer Kontext:
Bluetooth SIG-Qualifizierung: Relevant
Modulationseigenschaften Zweck: Bewertung der Modulationsqualität anhand der geltenden Anforderungen des Bluetooth PHY
Regulatorischer Kontext:
Bluetooth SIG-Qualifizierung: Relevant
Empfängerblockierung Zweck: Überprüfung der Empfängerleistung bei Störungen in benachbarten oder außerhalb des Betriebsbands liegenden Frequenzbereichen
Regulatorischer Kontext: CE
Bluetooth SIG-Qualifizierung: In der Regel nicht als eigenständiger Parameter abgedeckt
Empfängerempfindlichkeit und -leistung Zweck: Überprüfung des Empfangs bei definierten Signalpegeln und unter festgelegten Störbedingungen
Regulatorischer Kontext:
Bluetooth SIG-Qualifizierung: Relevant
Parameter Zweck Regulatorischer Kontext1 Bluetooth SIG-Qualifizierung2
HF-Ausgangsleistung / EIRP Überprüfung der Einhaltung der geltenden Grenzwerte für leitungsgebundene oder abgestrahlte Leistung CE, FCC, ISED, MIC, ANATEL, SRRC, RRA Relevant
Spektrale Leistungsdichte Bewertung der Leistungsverteilung innerhalb des belegten Spektrums CE, FCC, ISED, SRRC In der Regel nicht als eigenständiger Parameter abgedeckt
Belegte Bandbreite Bestimmung der vom übertragenen Signal belegten Bandbreite CE, FCC, ISED, SRRC, RRA In der Regel nicht als eigenständiger Parameter abgedeckt
Unerwünschte Aussendungen und Nebenaussendungen Messung von Aussendungen außerhalb des vorgesehenen Kanals oder Betriebsbands CE, FCC, ISED, MIC, ANATEL, SRRC, RRA Je nach PHY und Parameter relevant
Frequenzsprungverfahren und Adaptivität Überprüfung der Kanalnutzung, des Frequenzsprungverhaltens und der geltenden Anforderungen an den Medienzugriff CE, FCC, ISED, ANATEL Abhängig vom Qualifizierungsweg
Trägerfrequenzabweichung und -drift Überprüfung der Frequenzstabilität des Senders und der Modulationsgenauigkeit Relevant
Modulationseigenschaften Bewertung der Modulationsqualität anhand der geltenden Anforderungen des Bluetooth PHY Relevant
Empfängerblockierung Überprüfung der Empfängerleistung bei Störungen in benachbarten oder außerhalb des Betriebsbands liegenden Frequenzbereichen CE In der Regel nicht als eigenständiger Parameter abgedeckt
Empfängerempfindlichkeit und -leistung Überprüfung des Empfangs bei definierten Signalpegeln und unter festgelegten Störbedingungen Relevant

Hinweise:

1 Regulatorische Parameter und Begriffe unterscheiden sich je nach Markt und anwendbarem Standard. Die Angaben stellen typische Beispiele dar und sind nicht abschließend. Ein Gedankenstrich bedeutet, dass der Parameter in der Regel nicht als eigenständige regulatorische Anforderung behandelt wird.

2 Die Prüfanforderungen der Bluetooth SIG hängen von den unterstützten Bluetooth-Funktionen, dem Qualifizierungsweg und dem gültigen TCRL-Paket ab. Einige Bluetooth-SIG-Parameter können technisch mit regulatorischen Messgrößen zusammenhängen, verwenden jedoch andere Definitionen, Grenzwerte und Prüfverfahren.

Bluetooth-HF-Prüfparameter im Detail

  • HF-Ausgangsleistung / EIRP

    Erfasst je nach anwendbarem Prüfverfahren die leitungsgebundene Ausgangsleistung des Senders oder die abgestrahlte Leistung. Die regulatorischen Grenzwerte hängen vom Zielmarkt, Antennengewinn, Übertragungsmodus und der unterstützten Bluetooth-Funkvariante ab. Auch die Bluetooth SIG-Qualifizierung umfasst Anforderungen an die Sendeleistung.

    → Glossar: EIRP und ERP

  • Spektrale Leistungsdichte

    Erfasst, wie sich die Sendeleistung über das belegte Spektrum verteilt. Sie ist in erster Linie ein regulatorischer Parameter. Grenzwerte und Messverfahren werden durch die jeweils geltenden regionalen Anforderungen festgelegt.

  • Belegte Bandbreite

    Bestimmt die Bandbreite des übertragenen Signals anhand des im anwendbaren Standard festgelegten Messverfahrens. EN 300 328 verwendet die zu 99 % belegte Kanalbandbreite. Die Anforderungen der FCC und von ISED können für bestimmte Übertragungssysteme zusätzlich Messungen der 6-dB- oder 20-dB-Bandbreite vorsehen. Diese Messgrößen beruhen auf unterschiedlichen Definitionen und dienen verschiedenen regulatorischen Zwecken.

    → Glossar: Belegte Bandbreite

  • Unerwünschte Aussendungen und Nebenaussendungen

    Erfasst Aussendungen außerhalb des vorgesehenen Kanals oder Betriebsbands, die andere Funkdienste stören könnten. Die regulatorischen Grenzwerte und Frequenzbereiche unterscheiden sich je nach Markt. Die Bluetooth-SIG-Prüfungen umfassen verwandte Anforderungen an das Spektrum innerhalb des Betriebsbands, ersetzen jedoch keine regulatorischen Emissionsprüfungen.

    → Glossar: Nebenaussendungen

  • Frequenzsprungverfahren und Adaptivität

    Bewertet das Frequenzsprungverhalten, die Kanalnutzung und die anwendbaren Medienzugriffsverfahren. Die Anforderungen hängen davon ab, ob die Implementierung Bluetooth BR/EDR oder LE verwendet und welcher regulatorische Rahmen gilt. Grenzwerte für die Kanalanzahl und Verweildauer dürfen daher nicht allgemein auf alle Bluetooth-Implementierungen übertragen werden.

    → Glossar: FHSS (Frequency Hopping Spread Spectrum)

  • Trägerfrequenzabweichung und -drift

    Erfasst, wie weit die übertragene Trägerfrequenz von ihrer Nennfrequenz abweicht und wie sie sich während der Übertragung verändert. Die Grenzwerte der Bluetooth SIG hängen vom unterstützten PHY und Übertragungsmodus ab.

  • Modulationseigenschaften

    Bewertet, ob das übertragene Signal die Modulationsanforderungen des anwendbaren Bluetooth PHY erfüllt. Abhängig vom PHY können dazu Parameter wie Frequenzabweichung, Modulationsspektrum oder Modulationsgenauigkeit gehören.

  • Empfängerblockierung

    Bewertet, ob der Empfänger weiterhin wie vorgesehen arbeitet, wenn er einem Störsignal außerhalb oder in unmittelbarer Nähe des Betriebskanals ausgesetzt ist. Dieser Parameter ist insbesondere für die europäischen regulatorischen Anforderungen relevant.

  • Empfängerempfindlichkeit und -leistung

    Bestimmt, ob der Empfänger Bluetooth-Signale bei definierten Eingangspegeln korrekt erkennen und verarbeiten kann. Die anwendbaren Prüfungen der Bluetooth SIG hängen von den unterstützten PHYs und Funktionen sowie vom gültigen TCRL-Paket ab.

Messaufbau und Testmodi

Gültige und reproduzierbare Ergebnisse setzen voraus, dass der Prüfling unter kontrollierten Prüfbedingungen in definierten Konfigurationen betrieben wird. Ob die Messungen leitungsgebunden oder abgestrahlt erfolgen, hängt vom anwendbaren Prüfverfahren, der Antennenkonfiguration und den verfügbaren Prüfzugängen ab.

  • Leitungsgebundener Messaufbau

    Der Prüfling wird über einen Antennenanschluss, eine temporäre HF-Verbindung oder eine geeignete Prüfvorrichtung direkt mit dem Messgerät verbunden. Leitungsgebundene Messungen reduzieren Unsicherheiten, die durch die Antenne und die Messumgebung entstehen.

    • Typische Anwendungen: Bluetooth-SIG-RF- und RF-PHY-Prüfungen, regulatorische Sendermessungen und Empfängerprüfungen

  • Abgestrahlter Messaufbau

    Das vollständige Gerät wird über seine Antenne in einer geeigneten Prüfumgebung gemessen. Abgestrahlte Messungen kommen zum Einsatz, wenn sie der anwendbare Standard vorschreibt, insbesondere bei Geräten mit integrierter Antenne und bei der Messung unerwünschter abgestrahlter Aussendungen.

    • Typische Anwendungen: regulatorische Messungen der abgestrahlten Leistung und unerwünschter Aussendungen, EMV-Prüfungen sowie Messungen an Geräten mit integrierter Antenne

Typische Elemente des Messaufbaus

Element Details
Aktivierung des Testmodus Zweck: Versetzt den Prüfling in definierte Sende- oder Empfangszustände und stellt die für das anwendbare Prüfverfahren erforderlichen Betriebsmodi bereit
Typische Anwendungen: Bluetooth-SIG-, CE-, FCC-, ISED- und weitere regulatorische Prüfungen
HF-Prüfanschluss oder Prüfvorrichtung Zweck: Verbindet den Prüfling über einen Antennenanschluss, eine temporäre HF-Verbindung oder eine geeignete Prüfvorrichtung direkt mit den Messgeräten
Typische Anwendungen: Leitungsgebundene Sender- und Empfängermessungen
Prüfumgebung für abgestrahlte Messungen Zweck: Schafft kontrollierte Bedingungen für Messungen über die Geräteantenne
Typische Anwendungen: Abgestrahlte Leistung, unerwünschte Aussendungen, Empfänger- und EMV-Prüfungen
Begleitgerät oder Verkehrsgenerator Zweck: Stellt die erforderliche Kommunikationsverbindung, den Datenverkehr oder Betriebszustand her und hält diesen aufrecht
Typische Anwendungen: Empfängerblockierung, Adaptivitäts- und EMV-Prüfungen
Test-Firmware oder Steuerschnittstelle Zweck: Ermöglicht die Auswahl definierter Kanäle, PHYs, Leistungsstufen, Paketkonfigurationen und weiterer erforderlicher Testmodi
Typische Anwendungen: Bluetooth-SIG- und regulatorische Prüfungen
Abgeschirmte Prüfumgebung Zweck: Reduziert Störungen durch externe Funksignale bei empfindlichen Messungen
Typische Anwendungen: Leitungsgebundene Empfängerprüfungen, Adaptivitätsprüfungen und entwicklungsbegleitende Messungen
Mess- oder Substitutionsantenne Zweck: Empfängt abgestrahlte Aussendungen oder unterstützt Kalibrierungs- und Substitutionsmessungen
Typische Anwendungen: Messungen der abgestrahlten Leistung und unerwünschter Aussendungen
HF-Schaltmatrix oder Combiner Zweck: Führt Signale entsprechend der Produktkonfiguration zwischen mehreren Antennenpfaden oder Messgeräten
Typische Anwendungen: Mehrantennen-, Diversity- und leitungsgebundene HF-Prüfungen
Element Zweck / Funktion Typische Anwendungen
Aktivierung des Testmodus Versetzt den Prüfling in definierte Sende- oder Empfangszustände und stellt die für das anwendbare Prüfverfahren erforderlichen Betriebsmodi bereit Bluetooth-SIG-, CE-, FCC-, ISED- und weitere regulatorische Prüfungen
HF-Prüfanschluss oder Prüfvorrichtung Verbindet den Prüfling über einen Antennenanschluss, eine temporäre HF-Verbindung oder eine geeignete Prüfvorrichtung direkt mit den Messgeräten Leitungsgebundene Sender- und Empfängermessungen
Prüfumgebung für abgestrahlte Messungen Schafft kontrollierte Bedingungen für Messungen über die Geräteantenne Abgestrahlte Leistung, unerwünschte Aussendungen, Empfänger- und EMV-Prüfungen
Begleitgerät oder Verkehrsgenerator Stellt die erforderliche Kommunikationsverbindung, den Datenverkehr oder Betriebszustand her und hält diesen aufrecht Empfängerblockierung, Adaptivitäts- und EMV-Prüfungen
Test-Firmware oder Steuerschnittstelle Ermöglicht die Auswahl definierter Kanäle, PHYs, Leistungsstufen, Paketkonfigurationen und weiterer erforderlicher Testmodi Bluetooth-SIG- und regulatorische Prüfungen
Abgeschirmte Prüfumgebung Reduziert Störungen durch externe Funksignale bei empfindlichen Messungen Leitungsgebundene Empfängerprüfungen, Adaptivitätsprüfungen und entwicklungsbegleitende Messungen
Mess- oder Substitutionsantenne Empfängt abgestrahlte Aussendungen oder unterstützt Kalibrierungs- und Substitutionsmessungen Messungen der abgestrahlten Leistung und unerwünschter Aussendungen
HF-Schaltmatrix oder Combiner Führt Signale entsprechend der Produktkonfiguration zwischen mehreren Antennenpfaden oder Messgeräten Mehrantennen-, Diversity- und leitungsgebundene HF-Prüfungen

Hinweis: Der erforderliche Messaufbau und die Betriebsmodi hängen vom anwendbaren Standard, den unterstützten Bluetooth-Funktionen, der Antennenkonfiguration und dem generierten Bluetooth-SIG-Prüfplan ab. Die Testmodi müssen den im jeweiligen Prüfverfahren festgelegten Bedingungen entsprechen und dürfen das zu bewertende Funkverhalten nicht verändern.

Vorbereitung und Konfiguration der Prüfmuster

Vor den Prüfungen muss der Prüfling für die anwendbaren Prüfverfahren vorbereitet und konfiguriert werden. Die erforderliche Konfiguration hängt von den unterstützten Bluetooth-Funktionen, dem Antennendesign, dem regulatorischen Rahmen und dem Bluetooth-SIG-Prüfplan ab.

  • Firmware und Hardware
    Das Prüfmuster sollte der endgültigen Produktkonfiguration entsprechen. Falls erforderlich, können Test-Firmware oder modifizierte Hardware verwendet werden, sofern dadurch die zu bewertenden Funkeigenschaften nicht verändert werden. Abweichungen von der Serienversion müssen dokumentiert werden.

  • Stromversorgung
    Der Prüfling muss unter den im anwendbaren Prüfverfahren festgelegten Versorgungsbedingungen betrieben werden. Die Art der Stromversorgung, die Versorgungsspannung und Abweichungen vom Normalbetrieb müssen dokumentiert werden.

  • HF-Zugang
    Je nach ausgewähltem Prüfverfahren und Produktdesign müssen geeignete HF-Zugänge, Prüfvorrichtungen oder unterstützte Testmodi für abgestrahlte Messungen verfügbar sein.

  • Antennen und HF-Pfade
    Die Antennenkonfiguration sowie die aktiven Sende- und Empfangspfade müssen eindeutig festgelegt sein. Produkte mit Antennendiversity oder mehreren HF-Pfaden müssen entsprechend dem anwendbaren Prüfverfahren konfiguriert werden.

  • Betriebsmodi und zusätzliche Funksysteme
    Der Prüfling muss die für die Prüfungen erforderlichen Kanäle, PHYs, Leistungsstufen und Verkehrsbedingungen unterstützen. Zusätzliche Funksysteme müssen in den vom anwendbaren Prüfverfahren festgelegten Konfigurationen betrieben oder anhand repräsentativer Worst-Case-Bedingungen ausgewählt werden. Ein gleichzeitiger Betrieb ist nicht für jede Prüfung erforderlich.

  • Bluetooth-Testmodi
    Der Prüfling muss die für die anwendbaren Bluetooth-SIG- und regulatorischen Prüfungen erforderlichen Steuerschnittstellen und Testmodi bereitstellen. Abhängig von der Bluetooth-Implementierung können dazu Direct Test Mode (DTM), Unified Test Protocol (UTP) über HCI, 2-Draht-UART oder OTA-Übertragung sowie herstellerspezifische Steuerungen gehören.

  • Prüfdokumentation
    Die Prüfdokumentation sollte die Hardware- und Firmwareversionen, Versorgungsbedingungen, Antennenkonfiguration, aktiven HF-Pfade sowie die zum Aktivieren der erforderlichen Testmodi verwendeten Befehle oder Verfahren enthalten.

FAQ – Praktische Fragen

Wie unterscheiden sich regulatorische Zulassung und Bluetooth-Qualifizierung?

  • Die regulatorische Zulassung oder Konformitätsbewertung ist für den Marktzugang erforderlich. Abhängig vom Zielmarkt muss das Produkt Anforderungen an die Frequenznutzung, elektromagnetische Verträglichkeit, Sicherheit und weitere anwendbare Bereiche erfüllen.

  • Die Bluetooth-Qualifizierung ist eine separate Anforderung der Bluetooth SIG. Sie bestätigt, dass das implementierte Bluetooth-Design den anwendbaren Bluetooth-Spezifikationen und Lizenzvereinbarungen entspricht. Alle Produkte, die als Bluetooth-Produkte vermarktet werden, müssen den Bluetooth-Qualifizierungsprozess durchlaufen.

Regulatorische Konformität und Bluetooth-Qualifizierung dienen somit unterschiedlichen Zwecken und ersetzen einander nicht.

Benötige ich eine Bluetooth-Qualifizierung, wenn ich ein qualifiziertes Modul verwende?

Ja. Ein qualifiziertes Modul kann den Prozess vereinfachen. Das Endprodukt muss den Bluetooth-Qualifizierungsprozess jedoch weiterhin über das Mitgliedskonto des Produktherstellers bei der Bluetooth SIG durchlaufen.


Bestehende qualifizierte Designs dürfen verwendet werden, sofern die geltenden Vorgaben dies zulassen. Ob zusätzliche Prüfungen erforderlich sind, hängt vom integrierten Design, den bei der Integration vorgenommenen Änderungen und dem im Qualification Workspace ermittelten Qualifizierungsweg ab. Das Produkt muss qualifiziert sein, bevor es als Bluetooth-Produkt vermarktet oder vertrieben wird.

Muss ein bereits zugelassenes Bluetooth-Modul im Endprodukt erneut geprüft werden?

Das hängt vom Zielmarkt, der Modulzulassung und der Integration ab.

  • FCC und ISED: Ein zugelassenes Modul kann seine Zulassung behalten, wenn alle festgelegten Integrationsbedingungen erfüllt sind. Der Hersteller des Endprodukts muss dennoch Anforderungen bewerten, die nicht durch die Modulzulassung abgedeckt sind, etwa Störaussendungen des Endprodukts, HF-Exposition, Kennzeichnung und den gleichzeitigen Sendebetrieb. Änderungen an Antenne, Hardware, Firmware oder Betriebsbedingungen können zusätzliche Bewertungen oder Prüfungen erforderlich machen.

  • EU-Funkanlagenrichtlinie: Im Rahmen der RED gibt es keine vergleichbare Modulzulassung, die automatisch die Konformität des Endprodukts nachweist. Der Hersteller bleibt für die Bewertung des vollständigen Produkts verantwortlich. Vorhandene Moduldokumentationen und Prüfergebnisse können verwendet werden, sofern sie technisch anwendbar sind. Je nach Integration können jedoch zusätzliche Prüfungen erforderlich sein.

  • Bluetooth-Qualifizierung: Diese ist separat zu betrachten. Das Endprodukt muss den anwendbaren Qualifizierungsprozess auch dann durchlaufen, wenn es ein bereits qualifiziertes Design integriert.

Benötige ich für Bluetooth-Geräte gemäß RED eine Benannte Stelle?

Nicht zwingend. Wendet der Hersteller die im Amtsblatt der Europäischen Union aufgeführten einschlägigen harmonisierten Normen vollständig an, erlaubt die RED grundsätzlich eine Konformitätsbewertung durch interne Fertigungskontrolle ohne Beteiligung einer Benannten Stelle.


Für die Anforderungen an die effiziente Nutzung des Funkspektrums muss eine Benannte Stelle einbezogen werden, wenn anwendbare harmonisierte Normen nicht verfügbar sind, nicht angewendet werden oder nur teilweise zur Anwendung kommen. Eine freiwillige Beteiligung ist ebenfalls möglich.


Die Entscheidung hängt somit vom vollständigen Produkt, den anwendbaren RED-Anforderungen und den verwendeten Normen ab, nicht allein von der Bluetooth-Technologie. → EU-Funkanlagenrichtlinie

Kann eine Prüfkampagne Zulassungen in mehreren Märkten unterstützen?

Ja. Es gibt jedoch keine einzelne Zulassung und keinen Prüfbericht, die beziehungsweise der automatisch weltweit anerkannt wird.


Eine koordinierte Prüfkampagne kann sich überschneidende Anforderungen mehrerer Zielmärkte abdecken und doppelte Messungen reduzieren. Jeder Markt hat jedoch eigene technische Normen, Berichtsformate, Dokumentationsanforderungen und Zulassungsverfahren. Einige Länder verlangen zudem lokale Vertreter, Einreichungen bei Behörden, Produktmuster oder Prüfungen im jeweiligen Land.


Die Zielmärkte sollten daher vor Beginn der Prüfungen festgelegt werden, damit Prüfmusterkonfiguration, Testmodi und Berichte möglichst viele erforderliche Zulassungswege unterstützen.

Unterstützung benötigt?

Unsere akkreditierten Prüflabore bieten regulatorische Prüfungen und Unterstützung bei der Bluetooth-Qualifizierung für Bluetooth BR/EDR, LE, LE Audio, Mesh und weitere unterstützte Funktionen.

Regulatorische Bluetooth-Prüfungen
Unterstützung bei der Bluetooth-SIG-Qualifizierung

Weiterführende Informationen und offizielle Quellen

Ausgewählte regulatorische Normen

  • EU – ETSI EN 300 328

    Harmonisierte Norm für Breitband-Datenübertragungssysteme im 2,4-GHz-Band gemäß RED.
    ETSI EN 300 328 V2.2.2 (PDF)

  • USA – FCC 47 CFR § 15.247

    Technische Anforderungen an Frequenzsprung- und digital modulierte Systeme im 2,4-GHz-Band.
    FCC 47 CFR § 15.247

  • Kanada – ISED RSS-247

    Anforderungen an digitale Übertragungssysteme, Frequenzsprungsysteme und lizenzfreie lokale Funknetzwerke.
    ISED RSS-247

  • Japan – ARIB STD-T66

    Technischer Standard für Datenkommunikationssysteme mit geringer Leistung und WLAN-Geräte im 2,4-GHz-Band, einschließlich Bluetooth-Geräten.
    ARIB STD-T66

Ressourcen der Bluetooth SIG

  • Bluetooth-Qualifizierungsprozess

    Offizieller Überblick über die Anforderungen und Schritte zur Qualifizierung eines Bluetooth-Produkts.
    Bluetooth-Produkt qualifizieren

  • Quick Start Guide zum Qualifizierungsprozess

    Praktische Anleitung zur Durchführung des Bluetooth-Qualifizierungsprozesses über den Qualification Workspace.
    Qualification Process Quick Start Guide

  • Test Case Reference List (TCRL)

    Aktuelle TCRL-Pakete und Referenzen auf die für die Bluetooth-Qualifizierung verwendeten Prüfdokumente.
    Test Case Reference List

Weitere Ressource

  • TAMSys von IB-Lenhardt AG – Type Approval Management System

    Zentrale Compliance-Plattform zur Verwaltung von Funkzulassungen, regulatorischen Daten und Zertifikaten für wichtige Märkte wie die EU, die USA, China, Japan und Brasilien.

    TAMSys – Type Approval Management System

Dies ist eine kuratierte Auswahl wichtiger Quellen. Vollständige und aktuelle regulatorische Dokumente finden Sie auf den offiziellen Portalen der zuständigen Behörden. Alle Quellen wurden zuletzt im Juli 2026 überprüft.

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