ANATEL für Short-Range-Devices (SRD)
Kurzübersicht
Eine ANATEL-Zulassung ist für SRD-Produkte auf dem brasilianischen Markt erforderlich.
Prüfung und Zertifizierung werden mit einer benannten Zertifizierungsstelle (OCD) nach brasilianischen Vorgaben koordiniert.
Frequenzbereiche und Signalmerkmale bestimmen die HF-Anforderungen.
Die Kennzeichnungsart richtet sich nach der Bauform und den zulässigen Ausnahmen.
Funkkombinationen und Firmware-Änderungen erfordern eine produktbezogene Bewertung.
Short-Range-Devices im Überblick
Bluetooth, Wi-Fi, Zigbee und Ultra-Wideband (UWB) werden in Unterhaltungselektronik, Industrie und Fahrzeugen eingesetzt. In Brasilien gelten dafür die ANATEL-Vorgaben für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung (equipamentos de radiação restrita). Produkte für den brasilianischen Markt benötigen eine Konformitätsbewertung und ANATEL-Zulassung.
Die Anforderungen richten sich nach Produktart, Frequenzbereichen und Verwendungszweck. Die folgenden Abschnitte erläutern:
Prüfung und Zertifizierung
Frequenzbereiche und technische Anforderungen
Kennzeichnung
Integration und Anwendungskontexte
Frequenzbereiche und regulatorische Grundlagen
Typische Frequenzbereiche
2,4 GHz: Bluetooth Low Energy (LE), Bluetooth Classic, Zigbee, Wi-Fi
5 GHz / 6 GHz: Wi-Fi, mit bandabhängigen DFS-/TPC-Vorgaben und Bedingungen für den Innen- oder Außenbetrieb
3,1–3,3 / 3,7–10,6 GHz: Ultra-Wideband (UWB) für medizinische Bildgebung, Indoor- und portable Anwendungen; zusätzliche Bedingungen gelten in Fahrzeugen
Regulatorische Grundlagen
Ato nº 14448/2017: Technische Anforderungen für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung
Ato nº 14158/2025: Aktualisiert die 5-GHz-Anforderungen und weitere Vorgaben für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung
Resolução nº 715/2019: Verfahren zur Konformitätsbewertung
Ato nº 423/2022: Ändert UWB-Grenzwerte und ergänzt Bedingungen für den Betrieb in Fahrzeugen
Prüfung und Zertifizierung
Für den kommerziellen Marktzugang bestätigt eine benannte Zertifizierungsstelle (OCD) das Zertifizierungsmodell für die Produktart und legt den Prüfumfang fest. Die Laborauswahl folgt den ANATEL-Regeln zu Anerkennung und Priorität, einschließlich der Bedingungen für Labore im Ausland.
Je nach Produkt und Betriebsart können folgende Prüfungen erforderlich sein:
HF-Ausgangsleistung, belegte Bandbreite und Störaussendungen
Frequenzsprungverhalten bei Betriebsarten mit Frequenzsprungverfahren
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
HF-Exposition, einschließlich spezifischer Absorptionsrate (SAR), soweit anwendbar
Elektrische Sicherheit und Batteriesicherheit, soweit anwendbar
Die OCD prüft vorhandene FCC- oder CE-Prüfberichte auf Vereinbarkeit mit den brasilianischen Anforderungen und den geltenden Laborregeln.
Bewertung nach Anwendung
Zertifizierungsmodell und Nachbewertung richten sich nach der Produktart. Typische Prüfpunkte sind:
| Gerätetyp | Details |
|---|---|
| Bluetooth-Lautsprecher |
Bewertungsfokus: Konfiguration des Endprodukts Hinweise: HF, EMV und anwendbare Sicherheitsprüfungen |
| Eingebettetes BLE-Modul |
Bewertungsfokus: Modul- und Host-Integration Hinweise: Antenne, Installation und HF-Exposition |
| Wi-Fi-Router (Dual-Band) |
Bewertungsfokus: Frequenzbereiche und Betriebsarten Hinweise: Bandabhängige HF-Prüfungen; DFS, soweit anwendbar |
| Wi-Fi-Modul im eingebetteten Gerät |
Bewertungsfokus: Konfiguration des Hosts Hinweise: Antenne, Stromversorgung und Verwendungszweck |
| Zigbee-Sensor (Industrie) |
Bewertungsfokus: Installierte Konfiguration Hinweise: HF, EMV und anwendbare Sicherheitsprüfungen |
| Gerätetyp | Bewertungsfokus | Hinweise |
|---|---|---|
| Bluetooth-Lautsprecher | Konfiguration des Endprodukts | HF, EMV und anwendbare Sicherheitsprüfungen |
| Eingebettetes BLE-Modul | Modul- und Host-Integration | Antenne, Installation und HF-Exposition |
| Wi-Fi-Router (Dual-Band) | Frequenzbereiche und Betriebsarten | Bandabhängige HF-Prüfungen; DFS, soweit anwendbar |
| Wi-Fi-Modul im eingebetteten Gerät | Konfiguration des Hosts | Antenne, Stromversorgung und Verwendungszweck |
| Zigbee-Sensor (Industrie) | Installierte Konfiguration | HF, EMV und anwendbare Sicherheitsprüfungen |
Frequenzen und Signalmerkmale
Frequenzbereiche und Signalarten nach Technologie:
| Technologie | Details |
|---|---|
| Bluetooth |
Frequenzbereich: 2400–2483,5 MHz Signalmerkmale: BLE: GFSK Classic: π/4-DQPSK, 8DPSK |
| Wi-Fi |
Frequenzbereich: 2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz Signalmerkmale: OFDM, DSSS (je nach Standard) |
| Zigbee |
Frequenzbereich: 2400–2483,5 MHz Signalmerkmale: O-QPSK |
| UWB |
Frequenzbereich: 3100–3300 MHz, 3700–10 600 MHz Signalmerkmale: Breitbandige Aussendungen (siehe UWB-Abschnitt) |
| Technologie | Frequenzbereich | Signalmerkmale |
|---|---|---|
| Bluetooth | 2400–2483,5 MHz | BLE: GFSK Classic: π/4-DQPSK, 8DPSK |
| Wi-Fi | 2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz | OFDM, DSSS (je nach Standard) |
| Zigbee | 2400–2483,5 MHz | O-QPSK |
| UWB | 3100–3300 MHz, 3700–10 600 MHz | Breitbandige Aussendungen (siehe UWB-Abschnitt) |
Prüfung und Kennzeichnung nach Technologie
Ausgewählte HF-Prüfungen nach Ato nº 14448/2017 und produktbezogene Kennzeichnungsvorgaben:
| Technologie | Details |
|---|---|
| Bluetooth |
HF-Grundlage: Abschnitt 10 Prüfanforderungen: HF-Ausgangsleistung, Frequenzsprungverhalten1, EMV; SAR/Sicherheit, soweit anwendbar Kennzeichnung: Produktkennzeichnung; Handbuch oder E-Label, soweit zulässig |
| Wi-Fi |
HF-Grundlage: Abschnitte 10–11 Prüfanforderungen: HF-Prüfungen, bandabhängiges DFS2, EMV und anwendbare Sicherheit Kennzeichnung: Kennzeichnung nach Bauform und zulässigen Ausnahmen3 |
| Zigbee |
HF-Grundlage: Abschnitt 10 Prüfanforderungen: HF-Ausgangsleistung, Störaussendungen, EMV Kennzeichnung: Produktkennzeichnung; Kennzeichnung im Handbuch nur, soweit zulässig4 |
| UWB |
HF-Grundlage: Abschnitt 19 Prüfanforderungen: Aussendungen, Bandbreite5, EMV Kennzeichnung: Anwendbare Kennzeichnung; E-Label, soweit zulässig |
| Technologie | HF-Grundlage | Prüfanforderungen | Kennzeichnung |
|---|---|---|---|
| Bluetooth | Abschnitt 10 | HF-Ausgangsleistung, Frequenzsprungverhalten1, EMV; SAR/Sicherheit, soweit anwendbar | Produktkennzeichnung; Handbuch oder E-Label, soweit zulässig |
| Wi-Fi | Abschnitte 10–11 | HF-Prüfungen, bandabhängiges DFS2, EMV und anwendbare Sicherheit | Kennzeichnung nach Bauform und zulässigen Ausnahmen3 |
| Zigbee | Abschnitt 10 | HF-Ausgangsleistung, Störaussendungen, EMV | Produktkennzeichnung; Kennzeichnung im Handbuch nur, soweit zulässig4 |
| UWB | Abschnitt 19 | Aussendungen, Bandbreite5, EMV | Anwendbare Kennzeichnung; E-Label, soweit zulässig |
Hinweise:
1 Vorgaben zum Frequenzsprungverhalten gelten für Betriebsarten mit Frequenzsprungverfahren. Für andere Betriebsarten gelten die entsprechenden Regeln zur digitalen Modulation.
2 DFS gilt in 5250–5350 MHz und 5470–5725 MHz. TPC oder die zulässige reduzierte EIRP gilt in 5150–5350 MHz und 5470–5725 MHz. Bei 6 GHz dürfen APs, untergeordnete APs und Clients nur im Innenbereich betrieben werden; Clients stehen dabei unter AP-Kontrolle. VLP-Geräte dürfen auch im Außenbereich betrieben werden.
3 Die physische Kennzeichnung gehört auf einen nicht abnehmbaren, ohne Werkzeug zugänglichen Teil, sofern keine zulässige Ausnahme oder ein E-Label angewendet wird.
4 Stimmen Sie bei eingebetteten Modulen den Bewertungsumfang und die Kennzeichnungsart für die vorgesehene Integration mit der OCD ab.
5 UWB-Bandbreiten- und Emissionsvorgaben richten sich nach Definition und Anwendung in Abschnitt 19 des Ato nº 14448/2017. Für Fahrzeugsysteme gelten zusätzliche Bedingungen nach Abschnitt 19.2.
Bandbreite und Stichtage
Für digital modulierte SRD, die nach Abschnitt 10.3.4 des Ato nº 14448/2017 bewertet werden, gelten zwei Stichtage:
6. April 2026: Die alternative Messmethode verlangt, dass die Leistung außerhalb des Betriebsbands in jeder 100-kHz-Bandbreite mindestens 30 dB unter der maximalen Leistung innerhalb einer 100-kHz-Bandbreite im Betriebsband liegt.
6. Oktober 2026: Mit der Aufhebung der Ausnahme in Abschnitt 10.3.4.4 gilt für diese Geräte die bestehende Mindestbandbreite von 500 kHz bei 6 dB.
Betroffen sind die Frequenzbereiche 902–907,5 MHz, 915–928 MHz, 2400–2483,5 MHz und 5725–5850 MHz.
Die Übergangsregel ist auf die Änderungen nach Artikel 19 des Ato nº 14158/2025 in der Fassung des Ato nº 4746/2026 begrenzt. Für Produkte, die bis zum jeweiligen Stichtag homologiert wurden, können bei der Aufrechterhaltung ihrer Zertifizierung die bisherigen Anforderungen weitergelten.
→ Siehe: ANATEL: 6 dB Bandwidth Exemption to End on October 6, 2026
Bluetooth-Zulassung (ANATEL)
Bluetooth Classic (BR/EDR) und Low Energy (LE) werden in Lautsprechern, Wearables und eingebetteten Modulen eingesetzt. Die brasilianischen HF-Anforderungen gelten für die unterstützten Betriebsarten im Band 2400–2483,5 MHz.
Prüfen Sie die unterstützten Bluetooth-Betriebsarten auf:
HF-Ausgangsleistung, Bandbreite und Störaussendungen
Frequenzsprungverhalten bei Betriebsarten mit Frequenzsprungverfahren
EMV sowie SAR und Sicherheit, soweit anwendbar
Es gelten produktspezifische Anforderungen an Zertifizierung und Nachbewertung. Stimmen Sie Antenne, vorgesehene Integration und Kennzeichnungsart mit der OCD ab.
Die Tabellen oben fassen ausgewählte Prüfungen und Kennzeichnungsvorgaben zusammen.
Eine internationale Übersicht bietet die Technologieseite Bluetooth.
UWB-Zulassung (ANATEL)
Die UWB-Anforderungen von ANATEL erfassen medizinische Bildgebungssysteme, Indoor-Geräte und portable Geräte. Ato nº 423/2022 hat die Emissionsgrenzwerte geändert und Bedingungen für Systeme innerhalb von Landfahrzeugen ergänzt.
Als UWB gelten nach Abschnitt 19.1 Systeme mit mindestens 20 % relativer Bandbreite oder mit mindestens 500 MHz Bandbreite zwischen den 10-dB-Punkten unter dem Trägerspitzenwert. Das 500-MHz-Kriterium gilt unabhängig von der relativen Bandbreite.
UWB-Produkte für Brasilien müssen:
Die anwendbaren Frequenzbereiche und Emissionsgrenzwerte aus Tabelle XIV des Ato nº 14448/2017 einhalten
Die Grenzwerte für mittlere und Spitzen-EIRP sowie für Außerband- und Störaussendungen einhalten
Bei UWB-Systemen innerhalb von Landfahrzeugen in 3100–3300 MHz und 3700–10 600 MHz die Grenzwerte für portable Geräte einhalten und nur bei Kommunikation mit portablen Geräten desselben Systems senden
Klären Sie die vorgesehene Anwendung und Installation mit der OCD. → Siehe auch: Ultra-Wideband – Technologie & Konformität
Wi-Fi-Zulassung (ANATEL)
Wi-Fi-Geräte müssen in Brasilien die Anforderungen für ihre Frequenzbereiche, Produktart und vorgesehene Nutzung erfüllen. Dazu gehören HF-Grenzwerte, anwendbare DFS-/TPC-Bedingungen und die Konformitätsbewertung.
Wi-Fi-Produkte für Brasilien müssen:
Zulässige Kanäle in den unterstützten 2,4-, 5- und 6-GHz-Bändern verwenden
Bandabhängige DFS-/TPC-Bedingungen erfüllen, einschließlich der zulässigen Alternative mit reduzierter EIRP
HF-Parameter für den Betrieb in Brasilien konfigurieren
Die oben beschriebenen allgemeinen Anforderungen an Prüfung, Laborauswahl, Zertifizierung und Nachbewertung gelten ebenfalls.
Ato nº 14448/2017 in der durch Ato nº 14158/2025 geänderten Fassung legt die anwendbaren 5-GHz-Grenzwerte und DFS-/TPC-Bedingungen fest.
Wi-Fi-Frequenznutzung in Brasilien
Wi-Fi-Geräte nutzen mehrere Frequenzbereiche mit jeweils eigenen Vorgaben und Leistungsgrenzen. Die Werte unten unterscheiden, soweit erforderlich, zwischen leitungsgeführter Ausgangsleistung und EIRP. Weitere Grenzwerte können von Gerätetyp, Antennengewinn, spektraler Leistungsdichte, Kanalbandbreite und Betriebsbedingungen abhängen.
| Band / Frequenzbereich | Details |
|---|---|
| 2,4 GHz |
Frequenzbereich: 2400–2483,5 MHz Maximale Leistung: Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung Regulatorische Hinweise: Spread-Spectrum oder OFDM; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte beachten |
| 5 GHz (U-NII-1) |
Frequenzbereich: 5150–5250 MHz Maximale Leistung: Access Points: 1 W leitungsgeführt; Clients: 250 mW leitungsgeführt Regulatorische Hinweise: DFS optional; TPC oder reduzierte EIRP; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte beachten |
| 5 GHz (U-NII-2A) |
Frequenzbereich: 5250–5350 MHz Maximale Leistung: Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung Regulatorische Hinweise: DFS erforderlich; TPC oder reduzierte EIRP; Bandbreiten- und Spektraldichtegrenzen beachten |
| 5 GHz (U-NII-2C) |
Frequenzbereich: 5470–5725 MHz Maximale Leistung: Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung Regulatorische Hinweise: DFS erforderlich; TPC oder reduzierte EIRP; Bandbreiten- und Spektraldichtegrenzen beachten |
| 5 GHz (U-NII-3) |
Frequenzbereich: 5725–5850 MHz Maximale Leistung: Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung Regulatorische Hinweise: Außenbetrieb zulässig; kein DFS erforderlich; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte beachten |
| 6 GHz |
Frequenzbereich: 5925–7125 MHz Maximale mittlere EIRP: Indoor Access Points: 1 W; Clients: 250 mW; VLP-Geräte: 50 mW Regulatorische Hinweise: Indoor-APs, untergeordnete APs und Clients: nur Innenbetrieb; Clients unter AP-Kontrolle. VLP: innen/außen. Standard Power/AFC nicht zugelassen. |
| Band | Frequenzbereich | Maximale Leistung | Regulatorische Hinweise |
|---|---|---|---|
| 2,4 GHz | 2400–2483,5 MHz | Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung | Spread-Spectrum oder OFDM; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte beachten |
| 5 GHz (U-NII-1) | 5150–5250 MHz | Access Points: 1 W leitungsgeführt; Clients: 250 mW leitungsgeführt | DFS optional; TPC oder reduzierte EIRP; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte beachten |
| 5 GHz (U-NII-2A) | 5250–5350 MHz | Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung | DFS erforderlich; TPC oder reduzierte EIRP; Bandbreiten- und Spektraldichtegrenzen beachten |
| 5 GHz (U-NII-2C) | 5470–5725 MHz | Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung | DFS erforderlich; TPC oder reduzierte EIRP; Bandbreiten- und Spektraldichtegrenzen beachten |
| 5 GHz (U-NII-3) | 5725–5850 MHz | Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung | Außenbetrieb zulässig; kein DFS erforderlich; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte beachten |
| 6 GHz | 5925–7125 MHz | Maximale mittlere EIRP: Indoor-AP: 1 W; Client: 250 mW; VLP: 50 mW | Indoor-APs, untergeordnete APs und Clients: nur Innenbetrieb; Clients unter AP-Kontrolle. VLP: innen/außen. Standard Power/AFC nicht zugelassen. |
Regulatorische Anforderungen:
Konfigurieren Sie Geräte für die in Brasilien zulässigen Kanäle, Leistungswerte und Betriebsarten. Wenden Sie die jeweiligen DFS-/TPC-Bedingungen und gegebenenfalls die zulässige Alternative mit reduzierter EIRP an.
Begriffsdefinitionen:
- EIRP – äquivalente isotrope Strahlungsleistung
- DFS – Dynamic Frequency Selection
- TPC – Transmit Power Control
- AFC – Automated Frequency Coordination
- VLP – Very Low Power
Hinweise:
- U-NII-Bänder: U-NII-1, U-NII-2A, U-NII-2C und U-NII-3 sind international verwendete Bezeichnungen für 5-GHz-Teilbänder. Maßgeblich sind die von ANATEL festgelegten Frequenzbereiche und Betriebsbedingungen.
- Leistungsgrenzwerte: Die Werte entsprechen den durch Ato nº 14158/2025 eingeführten oder konsolidierten Anforderungen und den anwendbaren Bestimmungen des Ato nº 14448/2017. Grenzwerte hängen von Gerätetyp, Antennengewinn, leitungsgeführter Ausgangsleistung, EIRP, spektraler Leistungsdichte, Kanalbandbreite und genutztem Teilband ab.
- TPC: Für Geräte in 5150–5350 MHz und 5470–5725 MHz muss TPC eine Leistungsreduzierung von mindestens 6 dB gegenüber einer mittleren EIRP von 30 dBm ermöglichen. Ohne TPC gilt eine mittlere EIRP von höchstens 27 dBm (500 mW).
- 6 GHz: Indoor-APs, untergeordnete APs und Clients sind auf den Innenbereich beschränkt. Die mittlere EIRP ist auf 30 dBm für APs, 24 dBm für Clients und 17 dBm für VLP-Geräte begrenzt.
→ Informationen zur internationalen WLAN-Frequenznutzung, zu Prüfmethoden und zur regulatorischen Koordinierung bietet unsere Übersicht WLAN/Wi-Fi – Technologie und Compliance.
Kennzeichnung für SRD
Die zwölfstellige Homologationsnummer folgt dem Format HHHHH-AA-FFFFF, zum Beispiel 12345-24-09876. Wählen Sie die Kennzeichnungsart nach Ato nº 4088/2020 passend zur Bauform.
Kennzeichnungsarten
Möglich sind unter anderem:
ANATEL-Siegel mit Logo und Homologationsnummer
„ANATEL“, gefolgt von der Homologationsnummer
Elektronische Kennzeichnung, soweit zulässig
Physische Kennzeichnung
Während der gesamten Nutzungsdauer lesbar und dauerhaft
Auf einem nicht abnehmbaren Teil des Produkts
Ohne Werkzeug zugänglich
Alternative Methoden
Kennzeichnung im Benutzerhandbuch nur unter den zulässigen Ausnahmebedingungen
E-Label bei integriertem Display oder Betrieb mit einem Displaygerät, unter Einhaltung der Zugangs- und Integritätsvorgaben
Verpackungskennzeichnung, soweit nach dem Kennzeichnungsverfahren erforderlich
Details zur Umsetzung einschließlich E-Label finden Sie auf der Seite ANATEL-Kennzeichnung.
Anwendungen und Integration
Verwendungszweck und Integration bestimmen den Bewertungsumfang und die Kennzeichnungsart. Typische Prüfpunkte sind:
1. Consumer-Geräte
Beispiele: Bluetooth-Lautsprecher, Wi-Fi-Access-Points, batteriebetriebene IoT-Geräte
Physische Kennzeichnung auf einem nicht abnehmbaren, ohne Werkzeug zugänglichen Teil anbringen
Elektrische Sicherheit und Batteriesicherheit bewerten, soweit anwendbar
HF-Exposition und SAR für die vorgesehene Nutzung bewerten, soweit anwendbar
Erforderliche Anleitungen und Warnhinweise für den brasilianischen Markt vorbereiten
2. Fahrzeugintegration
Beispiele: BLE-Gateway-Modul, 5-GHz-Wi-Fi im Infotainmentsystem
Kennzeichnungsart und mögliche Ausnahmen mit der OCD klären
Installation, Antenne und Betriebskonfiguration festlegen
HF-Exposition für das installierte System bewerten, soweit anwendbar
DFS-/TPC-Bedingungen anwenden, soweit für das genutzte Teilband vorgesehen
3. Eingebettete OEM-Module
Beispiele: Zigbee-Sensor im HLK-System, BLE-Chip im Medizingerät, Wi-Fi-Modul in einer Industriesteuerung
Modul- und Host-Konfiguration mit der OCD bewerten
Antenne, Stromversorgung und Verwendungszweck dokumentieren
Zertifizierungsumfang für das integrierte Produkt klären
Zulässige Kennzeichnungsart verwenden und, soweit erforderlich, auf das enthaltene ANATEL-zugelassene Produkt mit seiner Homologationsnummer hinweisen
Besondere Konstellationen
Firmware-Konfiguration
Konfigurieren Sie die HF-Einstellungen für die in Brasilien zulässigen Frequenzbereiche, Leistungswerte und Betriebsarten. Dokumentieren Sie die unterstützten Betriebsarten sowie die Einstellmöglichkeiten und deren Beschränkungen, damit die OCD die Konformität bewerten kann.
Kombinierte Geräte, zum Beispiel Wi-Fi + Bluetooth
Die Bewertung muss die unterstützten Funktechnologien und Betriebskombinationen abdecken. Stimmen Sie Prüfumfang und Zertifizierungsweg für das integrierte Produkt mit der OCD ab.
Software-, Firmware- und Produktänderungen
Melden Sie bei zertifizierten Produkten Änderungen an Bauart, Fertigungsverfahren, Software oder Firmware nach den produktspezifischen Regeln an die zuständige OCD. Die OCD bewertet die Auswirkungen auf alle anwendbaren Anforderungen und klärt, ob weitere Prüfungen, Unterlagen oder Zertifikatsanpassungen erforderlich sind.
Weiterführende Informationen und Services
Informationen zu Zertifizierungswegen, Unterlagen und weiteren Anforderungen finden Sie hier:
Benötigen Sie Unterstützung? Wir unterstützen Sie bei Prüfung, Zertifizierung und Dokumentation von SRD für Brasilien. → Kontaktieren Sie uns.
Ausgewählte amtliche Quellen
Portugiesische Originaltexte, zuletzt geprüft am 21. Oktober 2026:
Ato nº 14448/2017 – Anforderungen für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung
Ato nº 14158/2025 – Änderungen und Stichtage
Ato nº 4746/2026 – Übergangsregel zur Aufrechterhaltung der Zertifizierung
Ato nº 4088/2020 – Produktkennzeichnung
Ato nº 4077/2020 – Produktänderungen
Resolução nº 715/2019 – Konformitätsbewertung
Autor: IBL-Editors Team
Technische Überprüfung: Keshia Bauer - Certification Specialist | IB-Lenhardt AG Feedback zu diesem Artikel geben