esc zum verlassen

ANATEL für Short-Range-Devices (SRD)

Kurzübersicht

Short-Range-Devices im Überblick

Bluetooth, Wi-Fi, Zigbee und Ultra-Wideband (UWB, Ultrabreitband) zählen zu den zentralen Kurzreichweitenfunktechnologien im brasilianischen Markt. Sie kommen in Geräten der Unterhaltungselektronik, Industrie und Fahrzeugtechnik zum Einsatz und unterliegen – wie alle Geräte dieser Kategorie – der Zulassungspflicht durch ANATEL.


Die folgenden Abschnitte erläutern die regulatorischen Anforderungen, darunter:

  • Anwendbare Frequenzbereiche

  • Prüf- und Zertifizierungspflichten

  • Kennzeichnungsvorgaben

  • Besonderheiten bei eingebetteten, tragbaren oder fahrzeugintegrierten Geräten

Frequenzbereiche und regulatorische Grundlagen

Für Short-Range-Devices sind in Brasilien mehrere lizenzfreie Frequenzbereiche definiert. Für jede Technologie gelten spezifische Vorgaben zur Nutzung, Leistung und Störungsvermeidung. Grundlage ist die Einordnung dieser Geräte als Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung (equipamentos de radiação restrita) gemäß ANATEL-Vorgaben.

Typische Frequenzbereiche

Regulatorische Grundlagen

  • Akt Nr. 14448: Definiert technische Anforderungen für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung

  • Act No. 14158/2025 – Ändert Act No. 14448, aktualisiert die 5 GHz-Grenzwerte und ergänzt weitere Frequenzbereiche für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung.

  • Resolution Nr. 715/2019: Legt Verfahren zur Konformitätsbewertung und Zertifizierung fest

  • Akt Nr. 423/2024: Ergänzt Akt Nr. 14448 und erlaubt UWB-Einsatz in Fahrzeugen

Prüf- und Zertifizierungsanforderungen

Für alle Short-Range-Devices ist ein Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich, das durch eine von ANATEL benannte Zertifizierungsstelle (OCD) koordiniert wird. Die Prüfungen müssen vollständig in einem ANATEL-akkreditierten Prüflabor in Brasilien erfolgen.

Typische Prüfbestandteile – abhängig von Gerätetyp und Anwendung:

Hinweis:
FCC- oder CE-Prüfberichte können zur Unterstützung eingereicht werden, ersetzen jedoch keine lokal durchgeführten Prüfungen in Brasilien.

Gerätekategorien nach Anwendung

Je nach Gerätetyp und Anwendungskontext erfolgt die Einstufung in eine typische ANATEL-Kategorie:

Gerätetyp Details
Bluetooth-Lautsprecher Typische ANATEL-Kategorie: Kategorie I
Hinweis: Jährliche Erneuerung erforderlich
Eingebettetes BLE-Modul Typische ANATEL-Kategorie: Kategorie I oder II
Hinweis: Abhängig von Zugänglichkeit, Anwendung und HF-Exposition
Wi-Fi-Router (Dual-Band) Typische ANATEL-Kategorie: Kategorie I
Hinweis: DFS- und Sicherheitsprüfungen erforderlich
Wi-Fi-Modul in eingebettetem Gerät Typische ANATEL-Kategorie: Kategorie I oder II
Hinweis: Abhängig von Exposition und Anwendung
Zigbee-Sensor (Industrie) Typische ANATEL-Kategorie: Kategorie I oder II
Hinweis: Abhängig von Integration und Marktzugang
Gerätetyp Typische ANATEL-Kategorie Hinweis
Bluetooth-Lautsprecher Kategorie I Jährliche Erneuerung erforderlich
Eingebettetes BLE-Modul Kategorie I oder II Abhängig von Zugänglichkeit, Anwendung und HF-Exposition
Wi-Fi-Router (Dual-Band) Kategorie I DFS- und Sicherheitsprüfungen erforderlich
Wi-Fi-Modul in eingebettetem Gerät Kategorie I oder II Abhängig von Exposition und Anwendung
Zigbee-Sensor (Industrie) Kategorie I oder II Abhängig von Integration und Marktzugang

Funktechnologien: Frequenz & Modulation

Technische Parameter für drahtlose Kommunikationstechnologien:

Technologie Details
Bluetooth Frequenzbereich: 2400–2483,5 MHz
Modulationsarten: BLE: GFSK
Classic: π/4-DQPSK, 8DPSK
Wi-Fi Frequenzbereich: 2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz
Modulationsarten: OFDM, DSSS (je nach Standard)
Zigbee Frequenzbereich: 2400–2483,5 MHz
Modulationsarten: O-QPSK
UWB Frequenzbereich: 3100–3300 MHz, 3700–10 600 MHz
Modulationsarten: Gepulste Übertragung mit ≥ 500 MHz Bandbreite
Technologie Frequenzbereich Modulationsarten
Bluetooth 2400–2483,5 MHz BLE: GFSK
Classic: π/4-DQPSK, 8DPSK
Wi-Fi 2,4 GHz, 5 GHz, 6 GHz OFDM, DSSS (je nach Standard)
Zigbee 2400–2483,5 MHz O-QPSK
UWB 3100–3300 MHz, 3700–10 600 MHz Gepulste Übertragung mit ≥ 500 MHz Bandbreite

ANATEL-Anforderungen nach Technologie

Zertifizierungs- und Prüfanforderungen (Auswahl) für Funktechnologien:

Technologie Details
Bluetooth Typische Kategorie: I
Prüfanforderungen: HF-Ausgangsleistung, Frequenzsprungverhalten1, EMV, SAR, Batteriesicherheit
Kennzeichnung: Direkt am Gehäuse oder im Handbuch; E-Label bei Wearables möglich
Wi-Fi Typische Kategorie: I oder II
Prüfanforderungen: HF-Tests, DFS-Konformität (5 GHz)2, EMV, Sicherheitsprüfung für Netzteil oder Batterie
Kennzeichnung: Abhängig von Bauform und Zugänglichkeit3
Zigbee Typische Kategorie: I oder II
Prüfanforderungen: HF-Ausgangsleistung, Störaussendungen, EMV
Kennzeichnung: Technische Dokumentation bei eingebetteter/nicht zugänglicher Nutzung4
UWB Typische Kategorie: I
Prüfanforderungen: HF-Ausgangsleistung, Bandbreitenprüfung5, EMV
Kennzeichnung: Gemäß Standardvorgaben von ANATEL (inkl. E-Label bei Bedarf)
Technologie Typische Kategorie Prüfanforderungen Kennzeichnung
Bluetooth I HF-Ausgangsleistung, Frequenzsprungverhalten1, EMV, SAR, Batteriesicherheit Gehäuse oder Handbuch; E-Label bei Wearables
Wi-Fi I oder II HF-Tests, DFS (5 GHz)2, EMV, Netzteil-/Batterieprüfung Abhängig von Zugänglichkeit und Bauform3
Zigbee I oder II HF-Ausgangsleistung, Störaussendungen, EMV Kennzeichnung in technischer Dokumentation4
UWB I HF-Ausgangsleistung, Bandbreitenprüfung5, EMV Standardkennzeichnung nach ANATEL, ggf. E-Label

Hinweise:

1 Bluetooth Classic muss konformes Frequenzsprungverhalten nachweisen.

2 Für Wi‑Fi-Geräte gelten in bestimmten 5‑GHz-Frequenzbereichen bandabhängige DFS-Anforderungen. Im 6‑GHz-Band gelten für Access Points Beschränkungen auf den Innenbereich, während VLP-Geräte auch im Außenbereich betrieben werden dürfen.

3 Die Platzierung des Labels muss der Zugänglichkeit und Bauweise des Geräts entsprechen.

4 Zigbee-Module werden oft in eingebetteten oder industriellen Low-Power-Anwendungen verwendet und müssen separat zertifiziert werden – auch wenn sie unter denselben Vorschriften wie Bluetooth fallen.

5 UWB-Geräte müssen in den zulässigen Frequenzbändern (3100–3300 MHz, 3700–10 600 MHz) betrieben werden und eine Mindestbandbreite von 500 MHz aufweisen. Die Anforderungen orientieren sich technisch an FCC-Vorgaben, müssen jedoch durch vollständige Tests in Brasilien validiert werden.

Bandbreitenanforderungen für digital modulierte SRD

ANATEL Act No. 14158 hebt für Geräte, die nach Abschnitt 10.3.4 bewertet werden, die Ausnahme von der bestehenden Mindestanforderung an die 6‑dB-Bandbreite auf. Betroffen sind Geräte in den Frequenzbereichen 902–907,5 MHz, 915–928 MHz, 2400–2483,5 MHz und 5725–5850 MHz. Für Anträge, die ab dem 6. Oktober 2026 eingereicht werden, ist eine Mindestbandbreite von 500 kHz bei 6 dB nachzuweisen. Der Act legt außerdem für Geräte, die nach der alternativen Methode gemäß Abschnitt 10.3.4 bewertet werden, eine Anforderung von 30 dB für Stör- und Außerbandaussendungen fest. Produkte, die vor dem jeweils maßgeblichen Stichtag homologiert wurden, unterliegen bei der Aufrechterhaltung ihrer Zertifizierung weiterhin den ursprünglichen Anforderungen.

→ Siehe: ANATEL: 6 dB Bandwidth Exemption to End on October 6, 2026

Bluetooth-Zulassung (ANATEL)

Bluetooth-Technologien – darunter Classic (BR/EDR) und Low Energy (LE) – sind zentrale Komponenten vieler SRD-Anwendungen, etwa in tragbaren Lautsprechern, Wearables oder eingebetteten IoT-Modulen.


Gemäß den ANATEL-Vorgaben müssen Bluetooth-Geräte:

  • im 2,4-GHz-ISM-Band betrieben werden

  • ein vollständiges Konformitätsbewertungsverfahren durchlaufen, das von einer benannten Zertifizierungsstelle (OCD) koordiniert wird

  • Anforderungen an HF-Ausgangsleistung, EMV und – bei Classic – Frequenzsprungverhalten erfüllen

  • SAR-Grenzwerte und elektrische Sicherheitsanforderungen einhalten, sofern zutreffend

  • in der Regel der Kategorie I zugeordnet werden – je nach Exposition und Zugänglichkeit kann auch Kategorie II zutreffen

Details zu Prüfanforderungen, Kategorisierung und Kennzeichnung sind in den Tabellen oben dargestellt.

Für eine internationale Übersicht zu Bluetooth-Zertifizierung und regulatorischen Vorgaben besuchen Sie die Technologieseite Bluetooth.

UWB-Zulassung (ANATEL)

Ultra-Wideband (UWB) wird in Brasilien im Rahmen der Vorschriften für Funkanlagen mit eingeschränkter Strahlung (equipamentos de radiação restrita) reguliert – gemeinsam mit anderen Kurzreichweitenfunktechnologien wie Bluetooth und Wi-Fi. Die technischen und verfahrenstechnischen Anforderungen sind in Akt Nr. 14448/2017 festgelegt und wurden zuletzt durch Akt Nr. 423/2024 aktualisiert, der den Einsatz von UWB in Fahrzeugen offiziell erlaubt.


UWB-Geräte für den Einsatz in Brasilien müssen:

  • innerhalb der zugelassenen Frequenzbänder betrieben werden: 3100–3300 MHz und 3700–10 600 MHz

  • die Leistungsdichtegrenze von –41,3 dBm/MHz EIRP einhalten

  • eine Mindestbandbreite von 500 MHz nachweisen

  • in Fahrzeugen gemäß den Vorgaben des Aktes Nr. 423/2024 installiert werden

  • durch eine von ANATEL benannte Zertifizierungsstelle (OCD) zertifiziert sein

  • vollständig in Brasilien geprüft werden – FCC-Berichte können unterstützend eingereicht, jedoch nicht anerkannt werden

  • portugiesische Dokumentation und Kennzeichnung enthalten, wie von ANATEL gefordert

Hinweis: Die aktuelle Regelung gilt ausschließlich für UWB-Anwendungen im Automobilbereich. Allgemeine Verbraucheranwendungen wie Smartphones oder Tracker sind derzeit nicht abgedeckt. Auch in Fahrzeugen eingesetzte UWB-Systeme unterliegen den vollständigen nationalen Zertifizierungsanforderungen und müssen von einem OCD geprüft werden.

→ Siehe auch: Ultra-Wideband – Technologie & Konformität

Wi-Fi-Zulassung (ANATEL)

Wi‑Fi- bzw. WLAN-Technologien auf Grundlage von IEEE 802.11a/b/g/n/ac/ax/be werden in zahlreichen SRD-Anwendungen eingesetzt, darunter Konsumgüter, industrielle Systeme und Fahrzeugkonnektivität. Die brasilianischen Vorschriften regeln den Betrieb im 2,4-, 5- und 6-GHz-Band und verlangen die Einhaltung der jeweils anwendbaren DFS- und TPC-Vorgaben, lokaler Prüfanforderungen sowie einer strikt begrenzten Firmware-Konfiguration.


Für eine Zulassung in Brasilien müssen Wi‑Fi-Geräte:

  • nur die im 2,4-, 5- und 6-GHz-Band zugelassenen Kanäle verwenden,

  • DFS und TPC in den jeweils betroffenen 5-GHz-Frequenzbereichen implementieren,

  • vollständig von einem durch ANATEL akkreditierten Labor in Brasilien geprüft werden,

  • von einer durch ANATEL benannten Zertifizierungsstelle (OCD) bewertet und zertifiziert werden,

  • den Zugriff des Endnutzers auf Frequenz- und Regionseinstellungen beschränken; die Firmware muss entsprechend gesperrt sein,

  • bei körpernaher oder tragbarer Verwendung die geltenden SAR-Anforderungen erfüllen und

  • abhängig von Produktart und Einbauweise der Kategorie I oder II mit den entsprechenden Verlängerungsanforderungen zugeordnet werden.

Die anwendbaren technischen 5-GHz-Grenzwerte sowie die DFS- und TPC-Bedingungen sind in ANATEL Act No. 14158 (2025) festgelegt, der die Anforderungen aus Act No. 14448 ändert.

Wi-Fi-Frequenznutzung in Brasilien

Wi-Fi-Geräte nutzen verschiedene Frequenzbereiche mit jeweils eigenen regulatorischen Einschränkungen und Leistungsgrenzwerten. Die nachstehenden Werte unterscheiden, soweit erforderlich, zwischen leitungsgeführter Ausgangsleistung und EIRP. Die anwendbaren Grenzwerte können außerdem vom Gerätetyp, Antennengewinn, der spektralen Leistungsdichte, Kanalbandbreite und den Betriebsbedingungen abhängen.

Band / Frequenzbereich Details
2,4 GHz Frequenzbereich: 2400–2483,5 MHz
Maximale Leistung: Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung
Regulatorische Hinweise: Betrieb mit Spread-Spectrum oder OFDM; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte sind zu beachten
5 GHz (U-NII-1) Frequenzbereich: 5150–5250 MHz
Maximale Leistung: Access Points: 1 W leitungsgeführt; Client-Geräte: 250 mW leitungsgeführt
Regulatorische Hinweise: Gerätespezifische Leistungs- und Spektraldichtegrenzwerte; DFS ist optional; TPC-Bedingungen sind zu beachten
5 GHz (U-NII-2A) Frequenzbereich: 5250–5350 MHz
Maximale Leistung: Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung
Regulatorische Hinweise: DFS und TPC erforderlich; bandbreitenabhängige Grenzwerte und Spektraldichtegrenzwerte sind zu beachten
5 GHz (U-NII-2C) Frequenzbereich: 5470–5725 MHz
Maximale Leistung: Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung
Regulatorische Hinweise: DFS und TPC erforderlich; bandbreitenabhängige Grenzwerte und Spektraldichtegrenzwerte sind zu beachten
5 GHz (U-NII-3) Frequenzbereich: 5725–5850 MHz
Maximale Leistung: Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung
Regulatorische Hinweise: Betrieb im Außenbereich zulässig; DFS nicht erforderlich; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte sind zu beachten
6 GHz Frequenzbereich: 5925–7125 MHz
Maximale EIRP: Indoor Access Points: 1 W; Client-Geräte: 250 mW; VLP-Geräte: 50 mW
Regulatorische Hinweise: Access Points und untergeordnete Access Points sind auf den Innenbereich beschränkt; VLP-Geräte dürfen im Innen- und Außenbereich betrieben werden; Standard-Power-Betrieb mit AFC ist nicht zulässig
Band Frequenzbereich Maximale Leistung Regulatorische Hinweise
2,4 GHz 2400–2483,5 MHz Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung Spread-Spectrum- oder OFDM-Betrieb; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte sind zu beachten
5 GHz (U-NII-1) 5150–5250 MHz Access Points: 1 W leitungsgeführt; Client-Geräte: 250 mW leitungsgeführt Gerätespezifische Leistungs- und Spektraldichtegrenzwerte; DFS ist optional; TPC-Bedingungen sind zu beachten
5 GHz (U-NII-2A) 5250–5350 MHz Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung DFS und TPC erforderlich; bandbreitenabhängige Grenzwerte und Spektraldichtegrenzwerte sind zu beachten
5 GHz (U-NII-2C) 5470–5725 MHz Bis zu 250 mW leitungsgeführte Ausgangsleistung DFS und TPC erforderlich; bandbreitenabhängige Grenzwerte und Spektraldichtegrenzwerte sind zu beachten
5 GHz (U-NII-3) 5725–5850 MHz Bis zu 1 W leitungsgeführte Ausgangsleistung Betrieb im Außenbereich zulässig; DFS nicht erforderlich; Grenzwerte für Antennengewinn und spektrale Leistungsdichte sind zu beachten
6 GHz 5925–7125 MHz Indoor AP: 1 W EIRP; Client: 250 mW EIRP; VLP: 50 mW EIRP Access Points sind auf den Innenbereich beschränkt; VLP-Betrieb ist im Innen- und Außenbereich zulässig; Standard-Power-Betrieb mit AFC ist nicht zulässig

Regulatorische Anforderungen:

Geräte müssen DFS und TPC implementieren, sofern diese für den jeweiligen Frequenzbereich vorgeschrieben sind. Endnutzer dürfen Regionseinstellungen oder Konformitätsfunktionen nicht verändern oder deaktivieren können. Die Firmware muss den Betrieb auf die in Brasilien zulässigen Frequenzbereiche, Kanäle, Leistungswerte und Betriebsarten beschränken.


Begriffsdefinitionen:

  1. EIRPäquivalente isotrope Strahlungsleistung
  2. DFSDynamic Frequency Selection
  3. TPCTransmit Power Control
  4. AFCAutomated Frequency Coordination
  5. VLPVery Low Power

Hinweise:

  • U-NII-Bänder: U-NII-1, U-NII-2A, U-NII-2C und U-NII-3 sind international verwendete Bezeichnungen für 5-GHz-Subbänder. Maßgeblich sind die von ANATEL festgelegten Frequenzbereiche und Betriebsbedingungen.
  • Leistungsgrenzwerte: Die dargestellten Werte entsprechen den durch ANATEL Act No. 14158 (2025) eingeführten oder konsolidierten Anforderungen sowie den anwendbaren Bestimmungen aus Act No. 14448. Die Grenzwerte hängen unter anderem vom Gerätetyp, Antennengewinn, der leitungsgeführten Ausgangsleistung, EIRP, spektralen Leistungsdichte, Kanalbandbreite und dem verwendeten Frequenzbereich ab.
  • TPC: Für Geräte in den Frequenzbereichen 5150–5350 MHz und 5470–5725 MHz muss TPC eine Leistungsreduzierung von mindestens 6 dB gegenüber einer mittleren EIRP von 30 dBm ermöglichen. Geräte ohne TPC sind auf eine mittlere EIRP von 27 dBm (500 mW) begrenzt.
  • 6 GHz: Indoor Access Points und untergeordnete Access Points sind auf eine mittlere EIRP von 30 dBm begrenzt. Client-Geräte sind auf 24 dBm EIRP und VLP-Geräte auf 17 dBm EIRP begrenzt.

→ Informationen zum internationalen WLAN-Bandgebrauch, zu Testmethoden und zur Koordinierung von Vorschriften finden Sie in unserer Übersicht WLAN/Wi-Fi – Technologie und Compliance.

Kennzeichnungsvorgaben für SRD-Geräte

Alle nach ANATEL zertifizierten Short-Range-Devices (SRD) müssen eine Kennzeichnung tragen, die eine eindeutige Identifikation und Rückverfolgbarkeit ermöglicht. Die konkrete Umsetzung hängt vom Gerätetyp, der Bauform und der Zugänglichkeit ab.

Label-Inhalt

  • ANATEL-Logo

  • Homologationsnummer (z. B. 12345-24-9876)

  • Barcode (optional, wird häufig zur Logistikunterstützung verwendet)

Label-Format

  • Direkt auf das Produkt gedruckt

  • In das Gehäuse graviert

  • Als dauerhaft haftendes Etikett angebracht

Label-Platzierung

  • Auf dem Gehäuse, der Rückseite oder im Batteriefach des Geräts

  • Falls der Platz nicht ausreicht: Nur die Zulassungsnummer auf dem Gerät, das vollständige Label im Benutzerhandbuch

  • E-Label ist zulässig für Geräte mit Display (z. B. Wearables) – vorbehaltlich OCD-Genehmigung

Für technische Details zur Gestaltung und Umsetzung – inklusive digitaler Kennzeichnung (E-Label) – siehe die vollständige Seite: Kennzeichnung mit ANATEL-Label

Typische Anwendungsbereiche

Je nach Einbausituation und Nutzungsszenario gelten unter ANATEL unterschiedliche Prüf- und Kennzeichnungspflichten für Short-Range-Devices. Die folgenden Beispiele veranschaulichen typische Anforderungen in verschiedenen Einsatzbereichen:

1. Consumer-Geräte

Beispiele: Bluetooth-Lautsprecher, Wi-Fi-Access-Points, batteriebetriebene IoT-Geräte

Besonderheiten:

  • Kennzeichnung meist auf der Geräteunterseite, dem Gehäuse oder im Batteriefach

  • Produktsicherheitsprüfung erforderlich bei netz- oder batteriebetriebenen Geräten

  • SAR-Prüfung bei körpernaher oder tragbarer Nutzung

  • Benutzerhandbuch muss vollständig in brasilianischem Portugiesisch vorliegen

2. Fahrzeugintegration

Beispiele: BLE-Gateway-Modul, Wi-Fi 5 GHz im Infotainmentsystem

Besonderheiten:

  • Kennzeichnung ggf. im Benutzerhandbuch des Fahrzeugs, wenn Modul nicht zugänglich

  • GS1-Registrierung und vollständige ANATEL-Zertifizierung sind trotzdem erforderlich

  • SAR-Prüfung in der Regel nicht erforderlich, sofern nicht körpernah betrieben

  • Wi-Fi-Module im 5 GHz-Band müssen DFS-Anforderungen erfüllen

3. Eingebettete OEM-Module

Beispiele: Zigbee-Sensor im HLK-System, BLE-Chip in einem Medizingerät, Wi-Fi-Modul in Industriecontrollern

Besonderheiten:

  • Kennzeichnung kann in technischer Dokumentation erfolgen

  • Vollständige Zertifizierung auch ohne Endnutzerzugang erforderlich

  • Antragsteller muss Nutzungsszenario und Konfiguration gegenüber OCD klar darlegen

  • Kategorie II ist möglich, wenn Gerät geringe Risiken aufweist und nicht bedienbar ist

Ausnahmen und besondere Konstellationen

Abhängig von Konfiguration oder Produktänderungen im Lebenszyklus können für bestimmte Short-Range-Devices zusätzliche regulatorische Anforderungen gelten.

Firmware-Konfiguration

Benutzern darf im regulären Betrieb kein Zugriff auf HF-relevante Einstellungen (z. B. Frequenzbänder, Ausgangsleistung) möglich sein. Konfigurierbare Parameter müssen gegen unautorisierte Änderungen geschützt sein – entweder durch Sperrung auf Firmware-Ebene oder durch den Einsatz von Entwicklerzugängen.


Falls das Produkt Funktionen wie Regionsauswahl, Ausgangsleistungsanpassung oder adaptive Sendeverhalten unterstützt, müssen diese systemseitig kontrolliert und für den brasilianischen Markt vorkonfiguriert sein.
Die benannte Zertifizierungsstelle (OCD) kann eine Überprüfung der HF-Konfiguration verlangen – z. B. durch Dokumentationsanalyse, Firmware-Inspektion oder eine Benutzeroberflächen-Demonstration.

Kombinierte Funktechnologien (z. B. Wi-Fi + Bluetooth)

Jede Funktechnologie muss auf Konformität geprüft werden. Abhängig vom Integrationsgrad kann bei Zustimmung des OCD auch eine kombinierte Bewertung erfolgen. Geräte mit mehreren Funkschnittstellen (Dual- oder Multiradio) benötigen jeweils eigene Prüfungen und Zulassungen.

Software- und Firmware-Updates

Updates, die das HF-Verhalten beeinflussen – etwa Frequenzbereich, Modulationsart oder Ausgangsleistung – müssen durch das OCD bewertet werden.
Kleinere Änderungen ohne Auswirkungen auf die Funkparameter erfordern in der Regel keine erneute Zertifizierung, sollten aber bei Unsicherheiten mit dem OCD abgestimmt werden.

Weiterführende Informationen und Services

Eine vollständige Übersicht zu den brasilianischen Marktanforderungen – einschließlich Zertifizierungspfaden, Dokumentationsvorgaben und technologiespezifischen Besonderheiten – finden Sie hier:

Benötigen Sie Unterstützung?
Unsere Expertenteams begleiten Sie bei der Prüfung, Zertifizierung und Dokumentation von Short-Range-Devices gemäß den ANATEL-Vorgaben. → Kontaktieren sie uns.

Überprüft und aktualisiert am 20. August 2026
Autor: IBL-Editors Team
Technische Überprüfung: Keshia Bauer - Certification Specialist | IB-Lenhardt AG
Feedback zu diesem Artikel geben
ILAC-MRA DAkkS-01 ILAC-MRA DAkkS-01