Spurious Emission
Spurious Emissions sind Aussendungen auf Frequenzen außerhalb der notwendigen Bandbreite, deren Pegel verringert werden kann, ohne die zugehörige Informationsübertragung zu beeinträchtigen. Gemäß ITU-R SM.329 umfassen sie Harmonische, Intermodulationsprodukte, parasitäre Signale und Artefakte durch Frequenzumsetzung. Spurious Emissions bilden eine Unterkategorie der unerwünschten Aussendungen, neben Out-of-Band-Emissionen.
Ursachen für Spurious Emissions
Typische Quellen sind:
Harmonische der Trägerfrequenz
Intermodulationsprodukte durch nichtlineare Mischvorgänge
Oszillatorlecksignale (z. B. aus PLLs oder lokalen Oszillatoren)
Taktfrequenz-Harmonische in digitalen Transceivern
Modulationsartefakte durch unzureichende Filterung oder Nichtlinearitäten
Messung und Grenzwerte
Messgrößen
dBm – absolute leitungsgebundene Leistung
dBc – Leistung relativ zum Träger
µV/m – elektrische Feldstärke bei abgestrahlten EMV-Prüfungen
Messaufbauten
Leitungsgebundene Messung über RF-Anschlüsse und Abschlusswiderstände
Abgestrahlte Messung in halbfeldfreien Kammern mit kalibrierten Antennen
Anwendbare Grenzwerte und Frequenzbereiche
Grenzwert, Bezugsbandbreite, Detektor und Messbereich hängen vom Funkdienst, Sendertyp, Betriebszustand sowie von der anwendbaren regionalen oder produktspezifischen Norm ab. Die Grenze zwischen Out-of-Band- und Spurious-Domäne ist deshalb den einschlägigen Vorschriften zu entnehmen und nicht aus einem universellen Frequenzabstand abzuleiten.
Einige Normen fordern Prüfungen sowohl während aktiver Übertragung als auch im Leerlaufmodus.
Regulatorische Relevanz
Spurious Emissions werden in internationalen Empfehlungen wie ITU-R SM.329 sowie in den für Produkt und Zielmarkt geltenden Vorschriften und Normen behandelt, darunter Anforderungen von FCC, ISED, ETSI und Japan. Das produktspezifische Dokument legt die konkreten Grenzwerte und das Prüfverfahren fest.
Nichtkonformität kann zu Prüfungsfehlern, Störungsmeldungen oder Einschränkungen beim Marktzugang führen.
Anwendungsbereiche
Spurious-Emission-Tests sind erforderlich für:
Drahtlose Module (z. B. Wi-Fi, Bluetooth, UWB)
Basisstationen und 5G-Funksysteme
Medizinische HF-Geräte
Radarsysteme und V2X-Kommunikationssysteme im Automobilbereich
Satelliten- und Telemetriesender
RF-Entwicklungs- und Evaluierungsplattformen
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Autor: IBL-Editors Team
Technische Überprüfung: Andreas Bender - Deputy Managing Director | IBL-Lab GmbH Feedback zu diesem Artikel geben