Radarklassen: SRR, MRR, LRR
SRR, MRR und LRR bezeichnen ungefähre Anwendungs- und Reichweitenkategorien für Automobilradare; sie legen keine einheitlich standardisierten Entfernungsgrenzen fest.
Anwendungsbereich
Fahrzeugradarsysteme werden in Pkw und Nutzfahrzeugen eingesetzt, um die Verkehrssicherheit und Situationswahrnehmung zu verbessern. Typische Einsatzbereiche:
SRR (Short-Range Radar): Totwinkelüberwachung, Einparkhilfe und Stop-and-Go-Funktionen
MRR (Mid-Range Radar): Spurwechselassistenz und Querverkehrswarnung
LRR (Long-Range Radar): Abstandsregeltempomat und Autobahnassistenz
Die tatsächliche Erfassungsreichweite hängt von Sensorauslegung, Einbau, Zielobjekt und Betriebsumgebung ab.
Radarsensoren sind häufig in Stoßfängern oder hinter Markenemblemen integriert und müssen präzise kalibriert und getestet werden, um regulatorische sowie leistungsbezogene Anforderungen zu erfüllen.
Für detaillierte Spezifikationen und Prüfanforderungen siehe den Leitfaden Automotive Radar – Technologie & Konformität.
Technische Anforderungen
Radarsysteme müssen sowohl regulatorische als auch funktionale Vorgaben einhalten:
Frequenzzuweisungen: Häufig werden Bereiche um 24 GHz sowie 76–81 GHz genutzt. Verfügbarkeit, zulässige Teilbänder und technische Grenzwerte unterscheiden sich jedoch je nach Rechtsraum
Sendeleistung: Muss innerhalb der festgelegten Grenzwerte liegen (z. B. gemäß ETSI EN 301 091, FCC Part 95)
EMV- und Funkprüfungen: Erforderlich nach ECE-R-10, RED (EU) oder FCC/ISED (USA/Kanada)
Leistungsmerkmale: Reichweiten- und Winkelauflösung, Mehrzielerkennung, Störsicherheit
Vorkonformitätsprüfungen, Validierung unter realen Bedingungen und die Kalibrierung der Abstrahlleistung unterstützen die Entwicklung und die Vorbereitung auf die jeweils erforderlichen Zulassungsprüfungen.
Zertifizierung und Konformität
Abhängig vom Zielmarkt gelten unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen:
Europa: ECE-Typgenehmigung gemäß ECE-R-10 in Kombination mit Konformität zur RED
Nordamerika: FCC- bzw. ISED-Funkzulassung sowie Einhaltung lokaler EMV-Anforderungen
Weitere Märkte: Länderspezifische Homologation (z. B. MIC Japan)
Ob Prüfungen durch ein akkreditiertes Labor erforderlich sind, richtet sich nach dem Zielmarkt und dem jeweiligen Zulassungsverfahren. Ergänzende Entwicklungs- und Validierungsprüfungen dienen der Beurteilung der Zuverlässigkeit unter elektromagnetischen und umweltbedingten Belastungen.
Relevanz im Produktlebenszyklus
Radarklassen sind entlang des gesamten Entwicklungsprozesses relevant:
Frühe Entwicklungsphase: Leistungsüberprüfung (z. B. Reichweite, Störfestigkeit)
Zulassung: EMV- und Funkprüfungen vor Markteinführung
Reassessment: Nach Hardwareänderungen oder funktionaler Erweiterung
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Autor: IBL-Editors Team
Technische Überprüfung: Daniel Lenhardt - CEO & Owner | IB-Lenhardt AG Feedback zu diesem Artikel geben