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EN 61000-6-3

EN IEC 61000-6-3 ist die europäische EMV-Fachgrundnorm für Störaussendungen von Geräten, die für den Betrieb in Wohnumgebungen vorgesehen sind. Sie basiert auf IEC 61000-6-3 und wird angewandt, wenn keine einschlägige produktspezifische EMV-Norm oder Produktfamiliennorm für Störaussendungen veröffentlicht wurde.


Die Norm legt Anforderungen an Störaussendungen fest, die einen angemessenen Schutz des Funkempfangs in Wohnbereichen gewährleisten sollen. Bestehen Zweifel hinsichtlich der vorgesehenen Umgebung, sind die Anforderungen für Wohnumgebungen anzuwenden. Geschäfts- und leichtindustrielle Umgebungen gehören nicht mehr zum primären Anwendungsbereich der aktuellen Ausgabe.

Anwendungsbereich

Die Norm kann auf elektrische und elektronische Geräte angewandt werden, die:

  • für den Betrieb in Wohnumgebungen vorgesehen sind,

  • keiner anwendbaren produktspezifischen EMV-Norm oder Produktfamiliennorm für Störaussendungen unterliegen und

  • leitungsgeführte oder gestrahlte Störgrößen erzeugen können, die den Funkempfang beeinträchtigen.

Sofern eine produktspezifische Norm anwendbar ist, hat diese Vorrang. Multimedia-Geräte, Haushaltsgeräte oder Beleuchtungseinrichtungen können daher einer eigenen Emissionsnorm anstelle von EN IEC 61000-6-3 unterliegen.

Technische Anforderungen

Anschluss und BereichGrenzwert und Detektor
AC-Netzanschluss, 0,15–0,5 MHz66–56 dBµV Quasi-Peak
56–46 dBµV Mittelwert
Logarithmisch mit der Frequenz fallend
AC-Netzanschluss, 0,5–5 MHz56 dBµV Quasi-Peak
46 dBµV Mittelwert
AC-Netzanschluss, 5–30 MHz60 dBµV Quasi-Peak
50 dBµV Mittelwert
Gestrahlt, 30–230 MHz bei 10 m30 dBµV/m Quasi-Peak
Gestrahlt, 230–1 000 MHz bei 10 m37 dBµV/m Quasi-Peak
Gestrahlt, 1–3 GHz bei 3 m70 dBµV/m Peak
50 dBµV/m Mittelwert
Gestrahlt, 3–6 GHz bei 3 m74 dBµV/m Peak
54 dBµV/m Mittelwert
Anschluss / MessungFrequenzbereichGrenzwert
Leitungsgeführte Aussendungen am AC-Netzanschluss0,15–0,5 MHz66–56 dBµV Quasi-Peak; 56–46 dBµV Mittelwert, logarithmisch fallend
Leitungsgeführte Aussendungen am AC-Netzanschluss0,5–5 MHz56 dBµV Quasi-Peak; 46 dBµV Mittelwert
Leitungsgeführte Aussendungen am AC-Netzanschluss5–30 MHz60 dBµV Quasi-Peak; 50 dBµV Mittelwert
Gestrahlte Aussendungen bei 10 m30–230 MHz30 dBµV/m Quasi-Peak
Gestrahlte Aussendungen bei 10 m230–1 000 MHz37 dBµV/m Quasi-Peak
Gestrahlte Aussendungen bei 3 m1–3 GHz70 dBµV/m Peak; 50 dBµV/m Mittelwert
Gestrahlte Aussendungen bei 3 m3–6 GHz74 dBµV/m Peak; 54 dBµV/m Mittelwert
  • Anwendbarkeit oberhalb 1 GHz: Die erforderliche obere Messfrequenz hängt von der höchsten im Gerät erzeugten oder verwendeten Frequenz ab.
  • Weitere Anschlüsse: Für DC-Versorgungsanschlüsse sowie weitere kabelgebundene Netzwerk- oder Signalanschlüsse gelten gegebenenfalls eigene Anforderungen. Die oben genannten Grenzwerte für den AC-Netzanschluss sind nicht auf sie übertragbar.
  • Messabstand: Die zulässigen Abstände hängen vom Frequenzbereich und von der Prüfeinrichtung ab und reichen von 1 m bis 30 m. Die oben genannten Grenzwerte sind an die jeweils angegebenen Abstände gebunden.
  • Verfahren: Messgeräte und Messverfahren werden durch die jeweils herangezogenen Normen der Reihe CISPR 16 festgelegt.

Typischer Prüfaufbau

  • Leitungsgeführte Aussendungen: Eine geeignete Netznachbildung, beispielsweise eine LISN am AC-Netzanschluss, wird mit einem Störmessempfänger verbunden.

  • Gestrahlte Aussendungen: Je nach Frequenzbereich und Gerät können Freifeldmessplätze, Halbabsorberräume, Vollabsorberräume oder Freiraum-Freifeldmessplätze eingesetzt werden.

  • Betriebsart: Das Prüfobjekt wird so konfiguriert und betrieben, dass die voraussichtlich höchsten Aussendungen erfasst werden.

Konformität nach der EMV-Richtlinie

Wenn die Norm für das Gerät anwendbar und ihre Fundstelle im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht ist, kann EN IEC 61000-6-3 eine Konformitätsvermutung für die von ihr abgedeckten emissionsbezogenen grundlegenden Anforderungen nach Artikel 6 und Anhang I der EMV-Richtlinie 2014/30/EU begründen. Die Konformitätsvermutung ist auf die von der Norm abgedeckten Anforderungen beschränkt.


Prüfberichte sind Bestandteil der technischen Dokumentation. In der EU-Konformitätserklärung werden die tatsächlich angewandten harmonisierten Normen oder anderen technischen Spezifikationen genannt; einzelne Prüfberichte müssen dort nicht aufgeführt werden.

Relevanz im Produktlebenszyklus

  • Entwicklung: Vorprüfungen (Pre-Compliance) können Emissionsrisiken vor der formalen Prüfung erkennen.

  • Konformitätsbewertung: Die anwendbare Produktkonfiguration und die relevanten Anschlüsse werden geprüft und dokumentiert.

  • Änderungen: Änderungen an Hardware, Software, Gehäuse, Verkabelung oder Stromversorgung sollten hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Aussendungen bewertet werden.

  • Normenbeobachtung: Die anwendbare Ausgabe und ihr Amtsblattstatus sollten während des gesamten Produktlebenszyklus geprüft werden.

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Quelle

Offizielle IEC-Norm (kostenpflichtig)

  • IEC 61000-6-3:2020 — Electromagnetic compatibility (EMC) — Part 6-3: Generic standards — Emission standard for equipment in residential environments
    Europäische Übernahme: EN IEC 61000-6-3:2021

    Im IEC Webstore erhältlich

Die vollständige Norm und den aktuellen Harmonisierungsstatus finden Sie in den offiziellen Quellen von IEC, CENELEC und EU. Alle Referenzen wurden im September 2026 geprüft.

Überprüft und aktualisiert am 11. September 2026
Autor: IBL-Editors Team
Technische Überprüfung: Andreas Bender - Deputy Managing Director | IBL-Lab GmbH
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